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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 244 (sequence 62)
Language
German
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244 Heilige und unheilige Gerüche dadurch zu erhöhen, daß er für den lieblichen Geruch Gott preisen kann. Dem entspricht es, wenn schon in alter cZeit sinnbildlich für die Aufnahme, die jemand in der menschliehen Umwelt findet, der Geruch genannt wird, in der er steht. ״Ihr habt mich betrübt, denn ihr habt mich stinkend gemacht bei den Bewohnern des Landes, bei dem Kenaani und dem Perizi“, sagt Jakob zu seinen Söhnen Schimon und Lewi, als sie die Stadt Schechem verwüstet haben.1 Ebenso, wie man jemanden ״nicht riechen kann“, steht ein Anderer ״im guten Geruch“. Ganzen Völkern, denen man aus bestimmten Gründen abhold war, mit denen man bittere Kämpfe bestanden, und sie vielleicht besiegt hatte, ohne sie aber vernichten zu können, dichtete man einen Foetor (üblen Geruch) an. Obwohl die Athener selbst bei ihren öffentlichen Volksversammlungen gar zu gern Knoblauch kauten, ließen sie es sich nicht nehmen, den Beinamen eines lokrischen Nachbarstammes, der Ozoler, als der Stinkenden aufzufassen. Dieser selbe Foetor haftete aber, noch mehr als dem menschliehen, dem unsichtbaren Feinde an, der der Geisterweit angehörte. Der Teufel im Märchen hinterläßt einen bestialischen Gestank. Es ist interessant, daß dieser teuflische Geruch in alten Volkserzählungen speziell auch sehr oft als Schwefelstickgeruch bezeichnet wird. Ein deutsches Märchen erzählt, wie der Teufel einmal unvorsichtig genug in einer Kirche herumflog und sich gerade über dem großen Weihwasserkessel befand, als der Geistliche heilige Beschwörungsformeln aussprach. Ohnmächtig fiel Satan ins Weihwasser, und konnte sich erst in seine schützende Hölle retten, als er gehörig mit Prügeln gedeckt war. Zu Hause aber wurde er von seiner Großmutter in nicht gerade liebevollster Weise empfangen. Denn ihr war der Wohlgerucb des Weihwassers so entsetzlich, daß sie ihren Liebling zuerst einmal einer gründlichen Reinigung unterzog. Zu dieser gehörte u. a., daß sie ihn mit Schwefel, mit kleingehackten 1 Gen. 34, 30.

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