Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 219 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Anfänge von Hirschei Löbels Berliner - Rabbinat 219 20. März überreichten97 der Vicerabbiner Aaron Moses und der Assessor Joel Jacob97a einen Bericht über ״dasjenige, was bei Errichtung unserer Testamente und Ehestifftungen rechtlich und üblich ist“ und fügten hinzu, ,,daß solches blos generaliora sind, die in besondern Fällen noch sehr vielen Distinctionen und Restrictionen unterworffen sind. Eine ausführliche Ab״ Handlung hiervon würde einen gantzen Tractat erfordern, weleher desto unnöthiger scheinet, da in vorkommenden Fällen die jüdische Ritus doch nicht ohne gutachtliche Zuziehung jüdischer Gelehrten beurtheilet und entschieden werden können.“ 97 Äkten Bl. 15, der Bericht als Beilage: Bl. 16—20.; Das Schreiben wurde am 23. März dem Kammergericht präsentiert. Am Tage vorher hatte dieses den Vicerabbi darauf hingewiesen, daß die am 9. Februar erbetene Frist abgelaufen sei, und den Bericht ,,binnen endlichen 14 Tagen bei 5 TI. Strafe“ verlangt: Akten B1. 14. Man vgl. die lange Zeit, die später für die Darstellung! der Ritualgesetze gebraucht wurde und welche Nachsicht das Kammergericht übte. 97 a Joel Jacobs Name findet sich in der Liste der ,,Bedienten“ der Berliner Judenschaft: Schutzjudenliste 1744, dsgl. 1749 Nr. 298. So zeichnet er auch als Assessor in Berlin am 13. Juni!1759: Gelh:. Staatsarchiv Dahlem, Generaldirektorium, Kurmark Tit. CCXXXII Gen. Nr. 15 vol. 1 Bl. 141; am 22. Sept. 1760: ibid. R. 21 Nr. 205. In den Unterschriften des Altesten Gemeindebuches nennt er sich als Mitglied (Dajjan) des Rabbinatskollegiums David Frankels und Aron Moses’ Joel aus Glogau oder Joel b. Jekutiel aus Glogau 1747: Bl. 107 v, 1762: Bl. 145 v, 1767: Bl. 166 r. Er ist Verfasser der דיני ותקוגי צורת האותיות עם טעמי ופירוש צורתם רתמונתן (הנקרא אבן הטועים), welche Arbeit zusammen mit dem פירוש על שיר השירים מהרמבן ז״ל in Berlin 1764 gedruckt wurde. Das Vorwort vom 29. Aw 1764 unterschreibt er: יואל בלא״א מהור״ר יקותיאל זקש זצ״ל מגלוגא דיין ומ״צ דק״ק ברלין יע״א so daß wir hieraus seinen Vatersnamen Jekutiel Sachs entnehmen können. Vgl. seine Approbation zu צוהר התיבה (Berlin 1750), wo er den Vater Jekutiel Sachs mit הרבני bezeichnet. Vor seiner Berliner Tätigkeit war er, Schwiegersohn des Berliner Rabbiners Michel Levi, bis 1743 Rabbiner in Austerlitz. Damals gab er נחמד וגעיבם von David Gans heraus (Jeßnitz 1743). Das Titelblatt nennt ihn: הרב הגאון מה״ו יואל בן מו׳ יקותיאל זצ״ל אב״ד דק״ק אויסטרליץ