Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 210 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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210 Ueber die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur seiner Anordnung ist sich Abraham ibn Esra wohl ebenso wenig bewußt geworden, wie wenn er die Nebenrechnung für die Multiplikation zweier Zahlen auch so anlegt, daß sie im Sinne der hebräischen Schreibrichtung von rechts nach links fortschreitet.13 Die Subtraktion zweier Zahlen führt Abraham ibn Esra eigentümlicher Art und Weise entgegengesetzt der hebräischen Schreibrichtung, mit den Zahlen höchsten Zahlenwertes beginnend, aus.14 Die Zahlbezeichnung des Abraham ibn Esra hat der hervorragendste jüdische Mathematiker des Mittelalters, der große Polyhistor Levi ben Gerson, von nichtjüdischen Schriftsteilem auch als Leo de Balneolis bezeichnet (1288 bis 1344), zumeist in Avignon lebend, in seinem Werke Sefer Maasse Choscheb unverändert übernommen.15 Diese arithmetische Schrift enthält in ihrem zweiten, dem praktischen Teil, eine vollständige Anleitung zum Rechnen nach Art eines elementaren Rechenbuches auf Grund der in voller Uebereinstimmung mit Abraham ibn Esra bezeichneten Zahlen.16 Bezüglich der Subtraktion vermerken wir noch, daß Levi ben Gerson diese im Geiste der hebräischen Bezeichnung, also mit den Einern be- 13 Vgl. das Beispiel bei M. Silberberg, Sefer Ha-Mispar usw., S. 10 des deutschen und S. 10 des hebräischen Teils sowie bei O. Terquem, Notice sur un manuscrit hebreu du traite d’arithmetique d’ibn Esra, Journal de mathematiques pures et appliquees, t. 6, Paris 1841, p. 281. 14 Dies entspricht dem in Anmerkung 12 erwähnten GauB’schen Rezept, hat aber bei der Schreibweise der Zahlen des Abraham ibn Esra keinen Sinn, da das Operieren von links nach rechts bei ihm gerade einen Wechsel der hebräischen Schreibrichtung zur Folge hat. Vgl. hierzu M. Silberberg, Sefer Ha-Mispar usw., Änmerkung 76), S. 103. 15 Vgl. G. Lange, Sefer Maassei Choscheb, Die Praxis des Rechners, ein hebräisch-arithmetisches Werk des Levi ben Gerschom aus dem Jahre 1321, Frankfurt a. M. 1909 sowie J. Carlebach, Lewi ben Gerson als Mathematiker, ein Beitrag zur Geschichte der Mathematik bei den Juden, Berlin 1910. 16 Vgl. G. Lange, Sefer Maassei Choscheb usw., zweiter Abschnitt, Kapitel I, S. 58 ff., hebräischer Teil S. 51 ff.