Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 209 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ueber die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur 209 von Abraham ibn Esra in die jüdische Literatur eingeführte Zahlbezeichnung nicht zu. So schreibt er, indem er sich eng an die indische Vorlage anschließt, für 127 (einhundertsiebenundzwanzig) זבא, für 355 (dreihundertfünfundfünfzig) ההג und für das von ihm berechnete Produkt dieser beiden Zahlen 45 085 (fünf und vierzigtausendfünfundachtzig) * 11החסהד* Bei der Schreibweise des Abraham ibn Esra wird also nicht in üblicher Art wie beim Sprechen zunächst die höchste Zahlenstufe in Sicherheit gebracht, sondern es wird mit der niedrigsten Zahlenstufe, den Einern, begonnen, und ihnen folgen von rechts nach links, entsprechend der Fortschreitungsrichtung der hebräischen Schreibweise, die Zehner, Hunderter usw. Dies bietet übrigens den Vorteil, daß man, wenn man die Addition mehrerer untereinander stehender Zahlen, mit den Einern beginnend, durchführt, das Resultat ohne Aenderung der Schreibrichtung zu Papier bringen kann. Dieses Vorzuges12 den Semiten rechts und von den in senkrechten Zeilen schreibenden Chinesen oben“. Bei der früher im Text erwähnten massoretischen Zahlbezeichnung החמה für die 5845 Verse des Pentateuchs werden, wie Hank'el und Zeuthen angeben, im Gegensatz zur Zahlbezeichnung des Abraham ibn Esra die höchsten Einheiten zuerst in Sicherheit gebracht und entsprechend der hebräischen Schreib• richtung rechts geschrieben. 11 Vgl. M. Silberberg, Sefer Ha-Mispar usw., S. 10 des deutscheu und S. 10 des hebräischen Teils. 12 Vgl. hierzu eine ÄeuBerung des princeps mathematicorum Carl Friedrich Gauß in einem Briefe an Schumacher vom 3. 10. 1844: ״Ich bin gewohnt, wenn zwei übereinanderstehende Zahlen addirt oder subtrahirt werden sollen, immer die Summe oder die Diffe״ renz sogleich von der Linken zur Rechten niederzuschreiben. Allen meinen Schülern, die sich Rechnungsfertigkeit erwerben wollten, habe ich immer gleich Anfangs empfohlen, sich daran zu gewöhnen (was in sehr kurzer Zeit geschieht) und alle ohne Ausnahme haben es mir nachher sehr Dank gewußt. Der Vortheil davon besteht darin, daß jeder, der kein Jude ist, viel geläufiger und calligraphischer von der Linken nach der Rechten schreibt als umgekehrt, und auf ein zierliches Ziffernschreiben, und daß sie immer recht ordentlich unter einander und neben einander stehen, kommt ja sehr viel an.‘’ (Vgl. A. Galle, C. F. Gauß als Zahlenrechner, Materialien für eine wissenschaftliche Biographie von Gauß, Heft IV, Leipzig 1918, S. 10).