Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 208 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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208 lieber die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur טחזוהדגבא, weil, wie es in einer der auf uns gekommenen Handschriften heißt, ״die Israeliten genug haben an den Buchstaben der Thora“.7 Die Null bezeichnet Abraham ihn Esra mit einem Rade o oder o und nennt sie galgal gleichbedeutend mit Spreu oder Stoppeln vor dem Winde (Psalm 83, Vers 14). Abraham ibn Esra ist unseres Wissens der erste, der selbständig in Europa in einem Werke das aus Indien stammende Rechnen mit neun Zahlen und der Null sowie dem Positionswerte dieser Zahlen lehrte.8 Durch die konsequente Beschränkung der Buchstaben bis auf den neunten und die Benützung der Null kann Abraham ibn Esra die Zahlen in genau derselben Art und Weise schreiben und mit ihnen rechnen, wie wir es heute allgemein mit unseren arabischen Ziffern unsere Kinder im Anfangsunterricht der Elementarschulen lehren. Wenn sich Hankel9 dahin ausspricht: ״es ist ein allgemeines Gesetz, daß die höhere Stufe der niederen (im Sinne der Schrift) vorangeht“,10 so trifft dies für die 7 Vgl. M. Silberberg, Sefer Ha-Mispar, Das Buch der Zahl, ein hebräisch-arithmetisches Werk des R. Äbraham ibn Esra, Frankfurt a. M. 1895, S. 2 und S. 95, Anmerkung 21. 8 Der von einem Zeitgenossen des Äbraham ibn Esra, dem getauften Juden Johannes von Sevilla stammende liber alghoarismi de pratica arismetrica (so genanntes Rechenbuch des Johannes von Sevilla), Trattati d’aritmetica, ed. Boncompagni, Heft II, Roma 1857 setzt das indische Rechnen im Namen des arabischen Gelehrten Muhammad ibn Musa Älhwarazmi aus dem Beginn des neunten Jahrhunderts, dessen Werk uns nicht erhalten ist, auseinander. Vgl. hierzu M. Steinschneider, Die Mathematik bei den Juden, Bibliotheca mathematica, Jahrgang 1896, Neue Folge 10, S. 79 und J. Tropfke, Geschichte der Elementar-Mathematik, erster Band, Berlin und Leipzig 1921, S. 19. 9 Vgl. H. Hankel, Zur Geschichte der Mathematik usw., S. 32. 10 Bei H. G. Zeuthen (Die Mathematik im Ältertum und im Mittelalter in Kultur der Gegenwart, Die mathematischen Wissenschäften, Teil III, Abteilung I, Berlin und Leipzig 1912, S. B 11) findet man Hankel’s Aussage folgendermaßen formuliert: ״Die hochsten Einheiten werden also von den von links nach rechts schreibenden Indoeuropäern links gestellt, von den umgekehrt schreiben-