Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 207 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die Zahlbezeiehnung in der jüdischen Literatur 207 wird sich daher auch nicht wundern, wenn in der Literatur einfache Rechnungsresultate nicht bloß angegeben, sondern dem Leser verifiziert werden, z. B. die Teilbarkeit von 273 durch 7 durch Berufung auf die als bekannt vorausgesetzte, vermutlich durch Auswendiglernen angeeignete Tatsache, daß 100 durch 7 dividiert den Rest 2 läßt (Regel des Rabbi Huna im babylonischen Talmud, Äboda Sara 9, vgl. ihre Anwendung im Kommentar von Raschi zum babylonischen Talmud, nidda 38). Ein Hinausgehen über die übliche alphabetische Zahlbezeichnung findet man in der Massora, wenn diese die Anzahl der 5845 Verse des Pentateuchs mit החמה angibt, also gewissermaßen die Buchstaben nach dem Ort ihrer Stellung (he 5000, chet 800, mem — 40, he 5) (bewertet; daß mem — 40 statt dalet, des vierten Buchstaben des Alphabets, verwendet wird, geschieht mit Rücksicht auf die "Wortbedeutung von hachamoh als Sonne. Der erste, der in hebräischer Sprache Zahlen in einer für rechnerische Zwecke brauchbaren Form verwendete, also die kalkulatorische Zahlbezeichnung ins Hebräische einführte, war der vielseitige, berühmte Gelehrte Abraham ibn Esra9 geboren 1092 zu Toledo, gestorben 1167 (nach einigen Angaben in Rom).* * * * * 6 Abraham ibn Esra knüpft an die Verwendung von neun Zahlzeichen und der Null durch die Inder an — er weiß ebenso wie die arabischen Gelehrten, daß Indien das Heimatland der auch bei uns üblichen, nach ihren Vermittlern, den Arabern, so genannten arabischen Zahlen, die je nach ihrer Position verschiedene Werte besitzen, ist — und sagt: ״Ich habe (für die neun Zahlen) geschrieben staben aus Sand oder lehmiger Masse deuten; hierdurch würde in der Mischna entsprechend ihrem Änfange, in dem diese von einem Schreiben mit Flüssigkeiten oder mit Fruchtsaft spricht, gleichmäßig von den zur Herstellung der Buchstaben verwendeten Materialien die Rede sein. 6 Biographisches bei M. Steinschneider, die Mathematik bei den Juden, Bibliotheca mathematica, Jahrgang 1896. Neue Folge 10, S. 38 sowie Elbogen in ״Jüdisches Lexikon“, Artikel Esra, Abraham ben Meir ibn, Band II, S. 523, Berlin.