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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 206 (sequence 24)
Language
German
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206 Ueber die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur in der Bibel beim Propheten Jeremias (Kap. 25, V. 26 und Kap. 51, V. 41) in seiner Bezeichnung ששך für בבל findet und die darin besteht, daß man sich die gleich weit vom Anfang und vom Ende entfernt stehenden Buchstaben des Alphabets :übereinander geschrieben denkt, also alef über taw, bet über schin usw., kaf über lamed, lamed über kaf, und diese dann entsprechend ersetzt, fordert keine Belegung der Buchstaben mit Zahlenwerten wie in der Gematria, sondern nur eine feste Anordnung des Alphabets, wie eine solche in der Bibel z. B. im Psalm 119 vorliegt. * Die geschilderte alphabetische Zahlbezeichnung ist durch die Hineinbeziehung immer neuer Buchstaben, also infolge ihrer Systemlosigkeit, sowie infolge des Fehlens einer Null lediglich Abbreviatur und für das Rechnen völlig ungeeignet. Wer mit solcher alphabetischer Zahlbezeichnung eine größere Addition oder Multiplikation ausführen will, wird sich sofort von der Schwierigkeit der Aufgabe überzeugen und sich unseren siebenjährigen Kindern, den ABC-Schützen, mit ihrer Kenntnis eines durch die Null und den Stellungswert ausgezeichneten Zahlensystems unterlegen finden; das Rechnen mit der stenographischen, auf dem gesamten Alphabet aufgebauten Zahlbezeichnung ist immer eine große Mühseligkeit und setzt zu seiner Durchführung einen Spezialgelehrten oder besondere Hilfsmittel, wie das im Altertum und Mittelalter gebrauchliehe Rechenbrett5 und dessen ‘Rechenmarken, voraus. Man 5 Die Äbleitung der Bezeichnung für Rechenbrett, abacus, aus dem hebräischen abak (Staub) scheint mir nicht zutreffend. Vgl. hierzu M. Cantor, Vorlesungen usw., Band 1, S. 120. Jedenfalls ist in der Mischna Sabbath. Kapitel XII, Äbsatz 5 nicht, wie auch schon angenommen wurde, von einem Rechenbrett (Staubbrett) als einer Tafel, dem Orte, auf dem man rechnete, die Rede, sondern abak hasofrim bedeutet den Streusand der Schreiber, aus dem sich Buchstaben formen lassen. Äuch das vorangehende beabak derochim kann man statt der üblichen Erklärung eines Kritzelns in den Wegestaub (vgl. hierzu etwa J. Levy, Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim, zweite Äuflage von L. Goldschmidt, Berlin und Wien 1924:, Stichwort אבק) vielleicht als ein Formen von Buch-

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