Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 205 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur 205 und der neuplatonische Philosoph Proklos in seinen Erlauterungen zum ersten Buche der Elemente des Euklid. Nach Flavius Josephus in seinen Altertümern (I, Kapitel 8, § 2) soll die Rechenkunst aus Chaldäa stammen, durch 'den Patriarchen Abraham nach Aegypten gebracht worden und von dort zu den Hellenen gelangt sein. Die noch heute übliche stenographische Zahlbezeichnung im Hebräischen ist die Ver- Wendung aller 22 Buchstaben des Alphabets als Zahlzeichen: alef 1, bet 2, gimel — 3 usw., tet 9, jod 10, kaf — 20, larned 30 usw., kof 100, resch 200, schin 300, taw 400; die Zahlen 500 bis 900 bezeichnet man entweder durch die fünf am Wortende zur Verwendung gelangenden Schlußbuchstaben kamnapez oder durch Zusammensetzung, z. B. תר für 600 400 + 200. Bei höheren Zahlen verwendet man auch die Einer, wenn sie an erster Stelle stehen, mit dem Zahlenwerte tausend, z. B. 4638 ד׳תרלח. Die alphabetische Zahlbezeichnung ist auf den hebräischen Münzen seit — 137 nachweisbar.4 Von weleher Zeit an im Hebräischen in der Gematria, wie diese sich in Talmud und Midrasch findet, Buchstaben von Worten durch ihren Zahlenwert ersetzt wurden, z. B. Elieser, der Knecht Abrahams, אליעזר (alef -1 =־־, larned 30, jod 10, ajin 70, sajin 7, resch 200) entsprechend den 318 Mann, mit denen Abraham seinem Neffen Lot zu Hilfe zog (1. Buch Mose, Kapitel 14, Vers 14), גרתי (gimel 3, resch 200, taw 400, jod — 10), ich war ein Fremdling (1. Buch Mose, Kapitel 32, Vers 5), was mit dem Bekenntnis zu den 613 Geboten erklärt wird, שנה (schin 300, nun 50, he 5), Jahr, entsprechend den 355 Tagen des Mondjahres, הריון (he= 5, resch — 200, jod 10, waw 6, nun 50), Schwangerschaft, entsprechend den 271 Tagen der durchschnittlichen Schwangerschaft (babylonischer Talmud, nidda 38), ist nicht feststellbar. Die Geheimschrift atbasch, die sich schon 4 Vgl. H. Hankel, Zur Geschichte der Mathematik in Älterthum und Mittelalter, Leipzig 1874, S. 34.