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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 202 (sequence 20)
Language
German
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202 Ueber die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur liehen Weltordnung ist — und wir wissen, daß er das ist! — dann kann es innerhalb der Menschenwelt nichts sittlich Gleichgültiges, sondern nur Gutes oder Schlechtes geben — dann ist es niemandem gestattet, seine Arbeit als ein kindliches Seifenblasenspiel aufzufassen. Wer berufen ist oder sich berufen glaubt, zu malen oder zu komponieren, zu bauen oder zu dichten, darf das, seit die bequemen Zeiten des Heidentums vorbei sind, bei Gefahr sonst in Lächerlichkeit und Nichtigkeit zu verfallen, nicht mehr anders tun, als unter dem Zwang eines zweckbewußten geistigen Strebens, welche Richtung dieses Streben auch nehme; nicht mehr anders, als in wahrhaftiger Hoffnung auf Erfüllung dieses Strebens — der muß predigen, muß lehren, muß verheißen wie die Propheten; der muß schaffen wie auf Befehl, nach den Worten des Jeremia: ״Du hast mich beredet, Ewiger, und ich ließ mich bereden! Du hast mich gewaltig ergriffen und über mannt . . .“ — der muß schaffen wie um ewigen Lohn, nach den Worten des Jesajas: ,,Steh auf, leuchte, denn es kommt dein Licht . . Über die Zahlbezeichnung in der jüdischen Literatur. Von Alfred Loewy in Freiburg i. B. Man kann drei Arten der Zahlbezeichnung unterscheiden, nämlich die rhetorische, die stenographische und die kalkulatorische, wie ich sie nennen möchte. Die rhetorische Zahlbezeichnung ist eine auf bloßer Adamstätigkeit beruhende Be״ legung der aufeinanderfolgenden ganzen positiven Zahlen mit Namen; diese beginnen mit einer frei gewählten Bezeichnung für die Änfangszahl und sind in ihrer weiteren Verwendung willkürlich fortzusetzen. Sie sind nur der Beschränkung unterworfen, daß ein bereits benützter Name kein zweites Mal verwendet werden darf. Aus ökonomischen Gründen, um das Gedächtnis zu entlasten, bildet man die Namen für die höheren Zahlen aus den niedrigeren mit Hilfe einer Grundzahl. Daß für diese zehn genommen wird, hat, wie bereits von Aristo-

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