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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 190

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 190 (sequence 8)
Language
German
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190 Ähasver, der ewige Jude zur positiven jüdischen Lehre und ihrem Gesetze sich vollzieht. Zahlreich sind die Fälle, in denen, wenn auch oft auf dem Wege über das neuerwachte jüdische Nationalbewußtsein völlig Entfremdete sich zu streng Gesetzesgläubigen entwickeln. Und wenn dann ein Bund für das Leben mit einem Gleichgesinnten geschlossen werden soll, dann mag die Tragödie aus Zangwill’s ,,Kinder des Ghetto“ sich so und so oft erneuern. Zweifellos auch unter den jetzigen Verhältnissen kommt es zu unglückseligen Hindernissen. Sie werden getragen als Härten des Gesetzes, als Schicksalsverkettungen. Die Zahl dieser Hindernisse ins Ungemessene zu vermehren, sollte man schwere Bedenken tragen. In der unseligen Zersplitterung, ja Zerrissenheit, in der das von äußeren Feinden so bedrängte Judentum sich befindet, darf kein neues Moment der Absonderung hineingetragen werden. Umsoweniger als gegenüber Bewegungen, die das Judentum überhaupt des religiösen Charakters entkleiden wollen, eine Besinnung auf das Einigende besonders notwendig erscheint. Umsoweniger, als doch innerhalb des liberalen Lagers, wenn uns nicht alles täuscht, eine Neigung zur stärkeren Betonung des positiv-religiösen und damit auch zur Stärkung des Gesetzestreue sich geltend macht. Wir wissen, daß unter den liberalen Rabbinern viele sind, die die Gefahren in ihrer ganzen Bedeutung anerkennen. Der Appell an sie, den gefaßten Beschlüssen ihre Anerkennung zu versagen — gegen das Vorgehen Einzelner wird man nie geschützt sein — ist hoffentlich nicht vergeblich. J. W. Ahasver, der ewige Jude. Von Saul Kaatz. In der unabsehbaren Literatur, die sich mit der Sage von dem jüdischen Schuster Ahasverus, dem „ewigen Juden“, beschäftigt, wird vielfach die Frage aufgeworfen, wieso diese Gestalt gerade den Namen Ahasverus trägt, ein Name, der zwar ein biblischer, aber kein jüdischer ist. Eine zweite Frage, die aber, so viel ich sehe, nicht aufgeworfen wurde, ist, wie

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