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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 187 (sequence 5)
Language
German
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Die Schranke 187 Schranke sein. Der tiefe Gedanke allen Emanationstheorien hat hier seine Wurzel. Auch Gott hat seiner reinen Geistigkeit Schranken gesetzt, da er die körperliche Weit aus sich entließ. Er hat sich zu einem Teil den Naturgesetzen unterworfen. Soviele Antinomien, soviele quälende Probleme finden von hier aus ihre Milderung. Freilich hat sich Gott aus der Freiheit des Absoluten und darum aus absoluter Freiheit die Schranke gesetzt, und der Mensch soll die Freiheit durch Selbstbeschränkung erringen. Glücklich der, der will was er soll. Ueber dem heutigen Tag schwebt noch die Weihe des vergangenen Sabbats und darum soll die Losung für die heutige Eröffnung sein והתקדשתם והייתם קדושים כי קדוש אני• Das Ganze ein einziger Beleg für unsere Darstellung. Man kann nicht unserem sonst doch philosophisch geschulten Exegeten Malbim beistimmen, wenn er zu Jes. 5, 16 והאל הקדוש בקדש בצדקה das specifisch Anthropomorphe dieses Attributs hervorhebt. Wenn irgend eines der göttlichen Attribute, so ist gerade dies nicht vom Menschen auf Gott übertragen. Wir brauchen gar nicht die moderne Religionspsychologie zu bemühen, nach der ja das Heilige überhaupt nicht ein begriffliches Attribut, sondern Ursprung und Quelle alles religiösen Fühlens ist. Nein, das ureigenste Wesen des jüdischen Gottes, des קדוש ישראל ist, daß er sich selbst seine Schranke gesetzt והאל הקדוש נקדש בצדקה der heilige Gott heiligt sich (das niphal ist bekanntlieh medial, viel mehr reflexiv als passiv) durch die Gerechtigkeit. Das sind die Schranken, die Er sich selbst aufgerichtet. Und Gott nachzustreben, kann uns nur gelingen, wenn wir unsererseits uns die Schranke setzen — im Denken des Ewigen und im Wollen des Ewigen.

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