Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 182 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Bücherbesprechungen dern, wenn trotz vielfacher Anstrengungen die jüdische Kolonisation in ihren Änfangsstadien weniger Erfolge aufwies als die anderer Völker. Wie sie sich in allen Ländern der Erde, die dazu Gelegenheit boten, gestaltet hat, schildert der Verfasser des vorliegenden Buches im Anschluß an die Darstellung der oben angedeuteten Gedanken-׳ ginge in sachlicher und anschaulicher Weise. Es geht aus seinen Ausführungen hervor, daß die Liebe zur Landwirtschaft bei den Juden in reichem Maße vorhanden ist, und daß sie die Siedler befähigt hat, größten Schwierigkeiten zu trotzen* bis sie schließlich doch aller Hindernisse Herr wurden. Jeder, der Interesse an einer gesunden Entwicklung des jüdischen Volkes nimmt, muß die Förderung der landwirtschaftlichen Betätigung, die heutzutage außer der gesündesten zugleich eine der interessantesten ist, unbedingt befürworten. Zur Information über die Entwicklung und den jetzigen Stand der jüdischen landWirtschaftliehen Kolonisation sei das vorliegende Buch bestens empfohlen. Ludwig Loewe. Rabbiner Joseph Bloch, Barr (Elsaß): La Hagada de P ä q u e , französisch übersetzt und mit Anmerkungen versehen. Verlag M. Lehrberger & Co., Frankfurt a. M. Die Hagadah-Ausgaben, die das französische Judentum bisher besaß, waren mit einer veralteten Uebersetzung und — wenn überhaupt — mit wenigen dürftigen Fußnoten versehen. Viele Familien, besonders im Elsaß, zogen deshalb an den Seder-Abenden deutsche Ausgaben zu Rate, um der Jugend die traditionellen Erklärungen geben zu können. Mit dem Rückgang der deutschen Sprachkenntnisse in den jüdischen Kreisen versagte aber auch dieses Hilfsmittel immer mehr. Das vorliegende treffliche Werk hat diese Lücke mit einem Schlage glänzend ausgefüllt. Der Ursprung und der Sinn der einzelnen Zeremonien sind darin präzis angegeben, die T’nach-Stellen überall nachgewiesen, die in der Mischnah, Tosephtah, Sifre, usw. vorkommenden Seder-Vorschriften und Hagada- Belege sind zum größten Teil wörtlich auf geführt. Wertvoll sind die Bilder aus einer handschriftlichen Amsterdamer Hagadah aus 1738, interessant die alte französische Uebersetzung des ״Echod mi Jaudeia* (La chanson des nombres). Zahl neun: Die neun Tage; ferner altfranzösische Melodien mit Noten. Das elegante Französisch der Uebersetzung und die sorgfältige Ausstattung müssen besonders hervorgehoben werden. Eine solche deutsche Hagadah wäre dringend zu wünschen. F. G.