Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 180 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Bücherbesprechungen Eher könnte noch von einem Gleichkiang, sowohl in akustischer Hinsicht als auch der (symbolischen) Bedeutung nach, zwischen קיסם Splitter und כתם Fleck die Rede sein. Äber auch dieser berechtigt zu keinen weiteren Folgerungen, weil Wortbilder gewohnlich nach optisch wahrnehmbaren Bildern entstehen — und diese dürften in unserem Falle nicht außerhalb des Äuges zu suchen sein. Rabb. Dr. Heinrich Gescheit. Im Jeschurun XVI, Heft 9/10 hat R. Edelmann-Bonn meinem Buch ״Die massoretischen Äkzente“ eine ausführliche Besprechung gewidmet. Sie veranlaßt mich zu folgender Erwiderung. Edelmann macht mir oder vielmehr ״den meisten Ärbeiten über das Thema: die Erforschung der Äkzente“ den Vorwurf ״unhistorischer Betrachtungsweise des in unserem heutigen massoretischen Text vorliegenden Materials“ und begründet das damit, daß man einen Text bearbeite, ״der von R. Jakob ben Hajim im 16. Jahrhundert kompiliert und festgelegt wurde. Welch eine Verwirrung der Begriffe! Der Text, der von Jakob ben Hajim kompiliert und festgelegt wurde, ist doch nicht der Äkzenttext, auch nicht der ״massoretische Text“ im allgemeinen, den als von Jakob ben Hajim kompiliert zu bezeichnen lächerlich wäre, sondern bekanntlich der Text der Massora parva, magna und finalis. Die Massora in diesem Sinne ist kein Oberbegriff zur Äkzentuation, und es ist daher schon logisch vollkommen falsch, wenn Edelmann nun sofort wieder von dem massoretischen Text redet und schließlieh sagt: Gerade (!) in der Äkzentuation gibt es gewisse Merkmale, in denen kaum zwei Handschriften miteinander übereinstimmen. Vielleicht gibt hiernach auch Edelmann selbst zu, daß er zwei ganz verschiedene Begriffe, die mit dem Äusdruck Massora verbunden werden, miteinander verwechselt hat. Sollte er aber dann seine Behauptung dahin modifizieren wollen, daß die Äkzentforschung unserer Tage auf dem Text der von Jakob ben Hajim besorgten Äusgabe Venedig 1524 fuße, so müßte ich auch dem auf das entschiedenste widersprechen. Gerade in ihrer Äkzentuation haben die heute im Gebrauch befindlichen Texte zu der Äusgabe Venedig 1524 keinerlei spezifische Beziehung. Letteris z. B. fußt gerade in der Äkzentuation auf dieser Äusgabe nicht mehr als auf irgend einer anderen. Das gleiche gilt von der posthumen Äusgabe Ginsburgs, ja sogar auch von dessen Äusgabe 1894, obgleich Ginsbürg hier selbst im allgemeinen dem Text der Venediger Äusgaba