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Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 179 (sequence 85)
Language
German
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Bücherbesprechungen 179 die Grundlagen des Judentums rührt, und אין חולקין כבוד לרב במקום שיש חלול השם wo die Autorität der Thora in Frage steht, muß es auch einem Geringen gestattet sein, einen Vorschlag zur Lösung des Problems zu machen. Durch die bisherige Untätigkeit sind viele zur Uebertretung und zum Abfall getrieben worden; deshalb gilt, wenn irgendwo hier das Wort :״ עת לעשות לה׳Zeit ist’s für Gott zu handeln!“ Bemerkungen. Zur Diskussion Kaatz—Cohn über ״Splitter und Balken“, Jeschurun XVI 9/10, XVII 1/2 möchte ich bemerken: Man könnte Splitter auf das harzartige Sekret anwenden, das man jeden Morgen beim Äufwachen hat, das unter dem Namen Äugenbutter bekannt ist. Wer auf Reinlichkeit und Änstand hält, entfernt diese während des Schlafes sich bildende Kruste bis auf den kleinsten Rest. Da aber diese Ärt von Splitter nicht von jedem als lästig empfunden wird, gibt es Menschen, die die Pflege ihrer Äugen vernachlässigen und sich so derselben Beurteilung aussetzen wie jemand, der seine Nase nicht rein hält. Im Ungarischen z. B. gilt daher das Wort ״csipäs“ (einer, der seine Äugen nicht gründlieh säubert) als eine arge Beschimpfung. Ein Mehr von dieser klebrigen Masse ist, hyperbolisch natürlich, ein Balken, ein Weniger ein Splitter. Es ist auch möglich, daß noch reichlichere Äusscheidungsprodukte irgendeiner der im Orient so häufigen Äugenkrankheiten zum Entstehen der Redensart Änlaß gegeben hat; jedenfalls scheint sie im Änschaulichen zu wurzeln, und, sagen wir, als ״plastisches Muster“, nach dem sie geformt wurde, das Sekret des gesunden oder kranken Äuges vor sich gehabt zu haben. Denn zur Annahme von K., es handle sich um die Nase, die ״zwischen den Äugen“ ihren Platz hat, liegt m. E. kein Grund vor. Da der von den Äugen abgesonderte Stoff ״zwischen“ den zangenartig sich schließenden Augenlidern bzw. Augenwimpern sich befindet, erscheint der Ausdruck מבין völlig gerechtfertigt. Daß קיסם in der Einzahl steht, während קורה und עיניך in der Mehrzahl vorkommt, widerspricht der Syntax und dem Sprachgebrauch des Talmuds nicht und kann daher nicht als Stütze für die Auffassung von K. dienen. Auch glaube ich nicht, daß wir es mit einem Wortspiel zu tun haben, denn der Gleichklang, den K. 2*vischen קיסא und אכיס heraushören will, ist nur undeutlich.

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