Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 177

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 177 (sequence 83)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293072-2293074--11017-2304317
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur Äguna-Frage 177 Recht auf die verheerenden Folgen hin, die sich ergeben müssen, wenn man die betroffenen, oft noch ganz jungen Frauen ihrem Schicksal überläßt. Nicht selten sind solche Frauen in überseeische Länder ausgewandert, um dort, wo man ihre Vergangenheit nicht kannte, wieder zu heiraten; und da sie dadurch ohnehin dem Religionsgesetz zuwidergehandelt hatten, so führten sie von da an ein ganz unjüdisches Leben. Auf Grund seiner außerordentlichen Kenntnis der rabbinischen Literatur trägt nun R. Simcha alle Gründe zusammen, die nach seiner Ansicht eine erleichternde Praxis rechtfertigen. Er erwähnt besonders die im מרדכי am Schluß von מם, יבמות angeführte Ansicht des ׳ר״א מוורדון der das Verstreichen einer sehr langen Zeit nach dem Verschwinden des Mannes auch bei מים שאין להם סוף als Grund für einen היתר anführt, weil eine hohe Wahrscheinlichkeit (אומדבא) dafür spricht, daß er gestorben ist. Diese Ansicht wird zwar von den übrigen Dezisoren bekämpft, aber in unserer Zeit der allgemeinen Post- und Telegraphenverbindung kommt noch die auch von חתם סופר wiederholt betonte Erwägung hinzu, daß der Mann, der mit seiner Familie in Frieden gelebt hatte, gewiß die Verbindüng mit ihr gesucht und gefunden hätte, wenn es noch am Leben wäre. R. Elia Klatzkin stimmt dem Fragesteller bei und fügt noch andere Beweise hinzu. So wird z. B. auch in den תשובות שבות יעקב חלק ג, תשובה ק״י die Ansicht vertreten, daß ja bei מים שאל״ס בדיעבד מותרת die vollzogene Tatsache anerkannt wird, und daß bei einer jungen Frau ein שעת הדחק vorliege, der überall mit דיעבד auf die gleiche Stufe gestellt wird. Auch noch andere Autoritäten stellen die Erwägung אלו היה קיים היה בא daß der Mann, wenn er noch am Leben wäre, ein Lebens- Zeichen gegeben hätte, als einen Faktor in Rechnung, um der Frau die Wiederverheiratung zu gestatten. Aus den תשובות des ר, אליעזר ממיץ wird von einem Fall berichtet, wo ein Mann sich auf einem untergegangenen Schiff befunden hatte; ein Zeugnis für seinen Tod war nicht vorhanden, und nur auf Wahrscheinlichkeitsgründe hin wurde der היתר ausgesprochen. — In einer weiteren שאלה die ebenfalls von einem bedeutenden 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.