Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293072-2293074--11010-2304310- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Arbeitsmethode im Talmudunterricht 170 Tarzon, übernimmt. In solcher Weise verfahre man auch bei allen Wiederholungen; während die erste Durchnahme im freien Unterrichtsgespräch (nicht vorgezeichnet durch die Ausspräche des Talmudtextes) erfolgen muß. h) Wird im Texte zur Beweisführung eine Reihe von Boraithoth angeführt, so fühle man sich bei der ersten Durchnahme, die ohne Buch erfolgt, nicht durch die Reihenfolge des Text e s gebunden. Man nehme die Reihenfolge, die nach pädagogischen Rücksichten geeignet erscheint. Im Talmud ist z. B. meist der einfachste Beweis der letzte, während er oft falsehe Fährten weiter verfolgt, um sie ad absurdum zu führen. Für den jugendlichen Schüler, wird sich oft eine andere Reihenfolge (für das erste Lernen) empfehlen; besonders unter Berücksichtigung von Gesichtspunkten, wie: vom Bekannten zum Fremden, vom Einfachen zum Schwierigen. i) Werden im Texte mehrere Beispiele für die Anwendung einer h a 1 a c bischen Regel, einer Vorschrift, geboten, so bevorzuge man für die Neudurchnahme das drastische Beispiel. k) Bei rein abstrakten Gedankengängen kleide man diese in anschauliche Form. Anschauung ist ja von jeher das bevorzugte Lehrmittel aller Pädagogen. Häufig bietet der Text eine anschauliche Dar- Stellung, die jedoch aus einer dem Schüler fremden Welt entnommen ist. Dort ist erforderlich, auf den rein abstrakten Gedankengang zurückzugehen und diesen dann in eine dem Schüler geläufige anschauliche Form zu bringen. Nachfolgendes Schema zeigt es uns: 2. Abstrakter Gedankengang 3. Talmud-Text 1. Erste Durchnahme ,,anschaulich-schülerfremd‘‘ ,,anschaulich-Interessenkreis des Schülers.“ Der Lehrer muß sich zum Unterricht vorbereiten in der hier angedeuteten Reihenfolge 3, 2, 1: vom Talmudtext zum Grund-