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Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 169 (sequence 75)
Language
German
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Arbeitsmethode im Talmudunterricht 169 der Gedankengang der Talmudstelle erklärt wurde, den Gang der Diskussion der Ämoräer nahebringen; nie aber wird ihre Diskussion das Bild der freien Schülerdiskussion sein. Die Diskussion des Talmud erscheint, wenn sie aus dem rein Abstrakten ins Konkrete übertragen wird, haar spalterisch. Auch sind die Denkakte zu scharf, viel schärfer, als es der natürliehen Denkweise des Schülers entspricht. Aus diesen Gründen kann uns die Diskussion des Talmud nicht als Vorbild der Klassenaussprache dienen. f) Machen wir uns die Methoden der Gaudig’schen Arbeitsschulpädagogik zu eigen, so werden wir zunächst das Unterrichtsgespräch der Klasse gewähren lassen, ohne Rücksicht auf den Diskussionsgang des Talmud. Der Lehrer wird also zunächst die Mischnah oder Boraitha, die den Ausgangspunkt der Diskussion bildet, darbieten, ohne auf irgend welche Schwierigkeiten in ihr oder Widersprüche gegen das bisher festgestellte hinzuweisen. Bei arbeitsschulmäßig geübten Klassen muß dann das Ergebnis der Diskussion dem der Diskussion im Talmudtext gleichen. Im Notfälle wird der Lehrer durch diesen oder jenen Hinweis die Diskussion auf die richtige Bahn bringen. (Ideal im Sinne der Arbeitsschule ist ein solcher ,,Eingriff“ natürlich nicht, bei Klassen, die nicht von den ersten Schuljahren an arbeitsschulmäßig erzogen sind, wird er meist nicht ganz zu vermeiden sein.). g) Nachdem festgestellt ist, daß der Talmudtext zum gleichen Ergebnis kommt, wird die Diskussionsform des Textes übernommen. Hier ist Gelegenheit zur lebendigsten Darstellung. Die Klasse wird zum Lehrhaus, zum Bethhamidrasch, der Lehrer, bei Wiederholungen ein Schüler, trägt die zur Diskussion stehende Mischnah oder Boraitha vor, wird also zum ״Tano Bro“, dem lebenden Bibliotheksband des Amoräerlehrhauses, oder er ist der Fragesteller, der die Sch’elo im Lehrhaus vorbringt. Zwei Schüler werden Führer des Dialoges, indem einer die Rolle des Fragers, Makschon, der andere die des Antworters,

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