Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 165 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeitsmethode im Talmudunterricht 165 rakteristische an ihr, ihre Denk- und Empfindungsart prägt sich in ihm aus. c) Man trage also die Talmudtexte in ihrem eigentümlichen ״Nigun“ vor, ihr Sinn und das Gefühl für die Talmudsprache überhaupt wird dadurch dem Schüler durch Vermittlung des Ohres zu eigen gemacht. (Den Hinweis auf die pädagogische Bedeutung des Lern-Nigun im Talmudunterricht findet man auch bei Mannheimer-Dettelbach ״Die sogen. Memorialmethode“ in der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der israelitischen Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg 1864—1914). Und wenn wir in der erwähnten Broschüre Rosenthals lesen (S. 31): ״Wer ihm (sc. dem Schüler) aber den gedruckten Satz richtig vorliest, bahnt schon die ersten Stufen des Verständnisses an“, so ist gewiß beim Vorlernen im Talmud-Nigun diese Anbahnung des Verstandnisses eingeleitet. Auch die Forderung Rosenthals (S. 38), der ״festen Beobachtung des wörtlichen Uebersetzens ohne Anstoß“ — trotz aller Mahnung zum verständnisvollen Lesen, aller Warnung vor drillmäßigem Uebersetzen —, scheint für die Wiederholung der bereits durchgenommenen Talmudtexte wichtig. d) Wichtig ists, daß der Schüler termini technici wie סלקא דעתך אמיבא׳ מאן דאמר׳ גופא׳ אמר מר׳ etc. in ihrer wörtlichen Bedeutung kennt, am besten wörtlich übersetzt, damit er deren Anwendung und Bedeutung an einzelnen Stellen verstehe, aber auch damit er der Sprache als solcher dadurch näher komme. Die Schwierigkeiten, die aus dem Inhalt des Talmuds dem Lehrer erwachsen, sind in erster Reihe darauf zurückzuführen, daß die behandelten Stoffe dem Erfahrungskreis der Schüler fernliegen. Dies entspricht nicht der Forderung der ״Lebensnähe“, die an den Unterrichtsstoff gestellt wird. (S. Otto Scheibner ״Der Arbeitsvorgang in technischer, psgchologischer und pädagogischer Erfassung:: in H. Gaudig ״Freie geistige Schularbeit“, Breslau 1922, dort II, 5.) Wenn die Rede ist von den Vorschriften über Opfertiere, Heiligtum,