Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 158 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeitsmethode im Talmudunterricht 158 stellen. Schwierigkeiten, die aus den äußeren Verhältnissen, unter denen Schule und Schüler stehen, geboren sind. So die geringe Stundenzahl, die dem jüdischen Unterricht überhaupt nur eingeräumt werden kann, von der nur ein Bruchteil dem Talmudunterricht zugute kommen kann; denn der Unterricht der schriftlichen Lehre und der nötigen sprachliehen Grundlagen zu deren Erfassung ist zum mindesten natürlich von gleich großer Bedeutung. Dann aber die außerordentlich geringe Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit, die das Schülermaterial der jüdischen Schulen aufweist. Mangelnde Gleichwertigkeit, denn in derselben Klasse finden wir Schüler, die bereits eine Reihe von Jahren Talmudunterricht genossen haben, sei es auf privatem Wege im Elternhause, sei es in außerhäuslichen Einrichtungen (Cheder und Schiurim). Daneben finden wir Schüler, die noch nie ein Talmudexemplar von innen gesehen haben, denen die Technik des Lesens allein ganz bedeutende Schwierigkeiten macht. Mangelnde Gleichartigkeit, denn neben dem Schüler, dem dank der häusliehen Einstellung der Talmud Herzenssache ist, sitzt der andere, dem infolge des Geistes des Elternhauses der Talmud höchstens das Interesse abgewinnen kann, das ein mittelalterlicher Text dem forschenden Schüler entlockt. Hinzukommt die Schwierigkeit, in Kurzstunden von 45 bis 50 Minuten, die verstreut zwischen anderen Unterrichtsstunden liegen, diejenige Konzentration aufzubringen, die eine Materie wie der Talmudtext, in besonders hohem Maße verlangt. Doch hier sind wir bereits an der Schwelle des eigentlichen Zweckes dieser Zeilen und berühren bereits die Schwierigkeiten, die im Innern, im Wesen des Talmudunterrichts selbst liegen. Diese sollen weiterhin im einzelnen bestimmt werden. Zur Behebung der äußeren Schwierigkeiten sind verschiedene Vor- Schläge gemacht und zum Teil auch in die Praxis umgesetzt worden. Um die Homogenität des Schülermaterials zu erreichen, wurde vorgeschlagen, die Klassen in zwei bis drei Gruppen entsprechend ihren Vorkenntnissen zu teilen. Dieser Vorschlag kann jedoch nicht als allgemeiner Ausweg anerkannt