Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 150 (sequence 56)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2293072-2293074--10990-2304290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

150 Vom Werke der Masoreten hält es, gestützt auf J. Halevg, für sicher, daß der Text der zweiten Kolumne ein im Gebrauch hellenistischer Juden befindlicher Transskriptionstext war. Für diese Annahme sprechen gewisse Momente. Die talmudischen Beweise Halevgs sind aber recht anfechtbar. Nimmt man diese jedoch an, so geht daraus zugleich hervor, daß diese Transskription die schärfste Mißbilligung autoritativer jüdischer Kreise erfahren hat, weil diese die Feinheiten der hebr. Aussprache sehr mangelhaft wiedergab. Ferner ist ein Moment zu beachten, das zwar nicht beweist — dafür ist das vorliegende Material zu gering — aber recht nahe legt, daß den jüdischen Kreisen,> für die eine von der überlieferten abweichende Aussprache bezeugt ist, die masoretische Aussprache bekannt war und auch von ihnen angewandt wurde. Die von Kahle angeführten Besonderheiten gegenüber der masoretischen Aussprache sind, soweit sie die palästinische Punktation betreffen, Piut-Texten entnommen. Kahle weist auf S. 27, 28 auf eine Reihe von Bibelfragmenten mit palästinischer Punktation hin und gibt von ihnen Proben1. U ntersucht man diese Proben im Hinblick auf die Punkte, für die durch die palästinische Punktation der Piut-Texte eine von der masoretischen abweichende Aussprache bezeugt ist, so ergibt sich, daß die Aussprache, die durch die Punktation dieser Proben bezeugt wird, nicht der für die liturgischen Fragmente bezeugten, sondern der masoretischen Aussprache entspricht. Ich gebe hierfür die Belege aus den Proben in der Reihenfolge, wie sie sich auf S. 27 befinden, mit Angabe der ihnen vom Verfasser gegebenen Nummer und der Bibelstelle. In den Piut- Texten haben die entsprechenden Formen auf dem letzten Buchstaben kein Zeichen; das setzt nach Kahle die Besonderheiten der Aussprache (1—3) voraus, auf die am Anfang dieser Ausführungen hingewiesen wurde. Die vorliegenden Formen der Bibeltexte haben wie in der masoretischen Punktation auf dem letzten Buchstaben wohl ein Zeichen; die Suffixsilbe wurde also wie in der masoretischen Aussprache gesprochen. < 1 ׳•V I .. <•8־»־־ 2. Ps. 71,6 3 בך ,עליך. der. 1.17 אחתך אצרך ׳וקמת 5. Ps. 30,8 ברצונך• Das bedeutet, daß den Juden, für die eine abweichende Ausspräche bezeugt ist, die masoretische Aussprache durchaus be- 1 Diese Fragmente sind inzwischen in Masoreten des Westens II veröffentlicht worden. Sie kamen mir erst zu Gesicht, als mein Artikel bereits im Druck war. Eine vorläufige Durchsicht bestätigt mir im Wesentlichen meine im Folgenden geäußerte Ansicht. Ich gedenke das noch in einem späteren Artikel zu begründen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.