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Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 149 (sequence 55)
Language
German
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Vom Werke der Masoreten 149 also nicht etwa ב wie w gesprochen werden soll.1 Man vergleiche die Äusführungen des R. Simon b. Zemach Duran im ״Magen Äboth“ (Ed. Livorno S. 54). Es heißt dort, daß die Juden .in den Ländern arabischer Sprache das ב ohne Dages בדבוק שפתיים כמו הדגושה בדגש רפה במעט שגוי ברפיון יותר mit Schließung der Lippe wie das mit Dages rate versehene ב mit geringem Unterschied! mit größerer Schwäche, d. h. mit Spirantierung sprechen, während die Juden in den Ländern der Christen das ב ohne Dages genau wie das Waw sprechen. Das sei ein Fehler. Beweis: Die citierte Stelle aus Berachoth und die Transskriptionen. Es sei also anzunehmen, daß die Sefardim — gemeint sind die Juden in den Ländern arabischer Sprache — ihre Aussprache diesbezüglich sorgfaltiger erhalten hätten, denn sie sprächen das ב ohne Dages mit Schließung der Lippen ברפיון מעט mit geringer Schwäche, d. h. Spirantierung. Soweit im Magen Aboth. Die Ausdrücke ברפיון מעט' במעט שנוי zeigen deutlich, daß die riehtige Spirantierung ganz schwach ist und die spirantischen und explosiven Laute sich wenig unterscheiden. Bei einer derartig feinen Unterscheidung ist eine Trennung der דבקים vielleicht noch nötiger als bei einer vollständig gleichen Aussprache. Das erwähnte Talmudeitat beweist also nichts für die unterschiedslose Aussprache von ב und פ. Der Beweis, daß die Masoreten eine Aussprache festgelegt haben, die der Aussprache autoritativer jüdischer Kreise widerspricht, ist nicht erbracht. Wir betrachten also mit Recht die masoretische Aussprache als die überlieferte offizielle, die Aussprachen, auf die Kahle hinweist, als Dialekte. Hierfür lassen sich noch Beweismomente anführen. Kahle weist auf die Vernachlässigung der Largngale in Galiläa hin, die im babylonischen Talmud bezeugt ist. Gerade diese Notiz hätte Kahle vor dem Schluß bewahren müssen, daß derartige Erscheinungen in der Aussprache des Hebräischen ganz allgemein verbreitet waren. Denn dort ist von der inkorrekten Aussprache der Bewohner Galiläas gegenüber der korrekten der Bewohner Judäas die Rede. Die Ausspracheerscheinungen Galiläas sind also als dialektische Besonderheiten zu betrachten. Erfahren wir nun von ähnliehen Ausspracheerscheinungen, so liegt es nahe, auch diese für Dialekterscheinungen zu halten. Ferner: Von den Samaritanern ist eine getreue Ueberlieferung der Aussprache nicht zu erwarten, wenn es sogar in jüdischen Kreisen damit schlecht bestellt war. Kahle 1 Die Doppelaussprache der בגדכפת ist im Thesaurus von Ben Jehuda s. v. ב eingehend behandelt. Durch Ben Jehuda wurde ich auf das folgende Citat aus ״Magen Aboth“ hingewiesen.

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