Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 148 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Vom Werke der Masoreten Hebräischen bei den Samaritanern und die Piut-Texte mit palästinischer Punktation. Die Punktation dieser Texte setzt nach Kahle in folgenden Punkten eine von der masoretischen abweichende Aussprache voraus: 1. Das Suffix der 2. Pers. Masc. Sing, wird -ak statt masoretisch -eka gesprochen; 2. das Suffix der 2. Pers. Masc. Sing, wird qatalt statt masoretisch qatalta gesprochen, wenn nicht ausdrücklich ein Schluß-ה geschrieben ist; 3. fehlt das drucklose Schluß-a bei den an einen vokalischen Auslaut antretenden Suffixen der 2. Pers. Sing. Masc. und 3. Sing. Fern.: z. B. ist חומותיה homotaeh statt masoretisch homotaeha, בניך banaek statt masoretisch banaeka zu sprechen; 4. wurden die Largngale ignoriert, während bei der tiberischen Punktation das Bestreben vorhanden ist, diese zu erhalten. Diese Besonderheiten der Aussprache sind ebenso festzustellen: für die ersten drei Punkte in den Transskriptionen der zweiten Kolumne und denen des Hierongmus und bei der Aussprache der Samaritaner, die Vernachlässigung der Largngale in den Transskriptionen der zweiten Kolumne und bei der Aussprache der Samaritaner; ferner ist diese Erscheinung im babglonischen Talmud (Erubin 53b) für Galiläa bezeugt. Kahle rechnet mit der Möglichkeit des Einwandes, daß neben diesen Aussprachen eine überlieferte offizielle Aussprache bestanden haben kann, deren Wieder Verbreitung die Masoreten durchgesetzt haben, und will in einem Fall beweisen* daß die von den Masoreten festgelegte Aussprache der offiziellen Aussprache widerspricht. Kahle verweist auf bab. Berachoth 15b. Dort heißt es ׳שיתן ריוח בין הדבקים daß man beim Lesen des Schma eine Pause zwischen den zusammenklebenden Worten machen soll, d. h. zwischen zwei Worten, von denen das erste mit dem Buchstaben endet, mit dem das zweite{ beginnt. Es werden unter den in Betracht kommenden Stellen auch עשב בשדך und הכנף פתיל aufgezählt. Die Anführung dieser Steilen, meint Kahle, hat nur einen Sinn, wenn die einander folgenden zwei ב und פ gleich gesprochen wurden, also war die Doppelaussprache von ב und פ unbekannt. Nun ist zu bedenken, daß* wenn ein explosives ב oder פ einem spirantischen folgt, die Trennung der beiden Laute mindestens so nötig ist, wie wenn gleiche Laute einander folgen, weil sonst die verschiedenartige Aussprache nicht zur Geltung kommt4 Zu beachten ist, daß die Spirantierung des ב ganz schwach sein,