Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 147 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Vom Werke der Masoreten 147 Nicht genug, daß dieser entsetzliche, jedes Gefühl empörende Eid70 erzwungen wurde, es mußten, um die Tragik vollkommen zu machen, auch noch Gebühren bezahlt werden. Am 1. Oktober erging seitens des Kammergerichts im Namen des Königs an den Landrabbiner und die Assessoren der Befehl, binnen acht Tagen bei Vermeidung der Rechtshilfe an den Hofrat Brese für die Vereidigung, das Eidesformular und den an das Kammergericht erstatteten Bericht einschließlieh Stempel 2 Rtl. 19 Gr., für jeden der beiden jüdischen Zeugen 1 Rtl. 12 Gr. und für die durch Boten geschehene Vorladung 19 Groschen zu zahlen! Es ging alles gesetzlich zu. Vom Werke der Masoreten. Von Dr. Max Kober, Berlin. Unter dem zusammenfassenden Titel ״Masoreten des Westens“ hat Paul Kahle eine Reihe von Einzeluntersuchungen zur Ueberlieferung des Bibeltextes und zur Geschichte der hebräischen Punktation, sowie Piutim mit palästinischer Punktation veröffentlicht. Die ״Masoreten des Westens“ sind der erste Band einer Schriftenreihe ״Texte und Untersuchungen zur vormasoretischen Grammatik des Hebräischen“. Was unter vormasoretischem Hebräisch zu verstehen ist, erfahren wir im Vorwort und im Äbschnitt ״Die Masoreten von Tiberias und ihr Werk“. Sie können als Vorrede zur ganzen Schriftenreihe betrachtet werden und verdienen daher unsere besondere Äufmerksamkeit. Die folgenden Darlegungen decken sich teilweise mit denen anderer Äutoren. Die Vollständigkeit der Darstellung erfordert, auch bereits Gesagtes zu wiederholen. Während man bisher allgemein annahm, daß die Masoreten nur an der Sicherung der überlieferten Äussprache gearbeitet und zu diesem Zweck die tiberische Punktation geschaffen haben, glaubt Kahle, daß die von den Masoreten festgelegte Äussprache zum Teil künstlich von ihnen konstruiert ist. Dafür sprechen nach Kahles Ansicht die Zeugnisse für eine weitgehende Verbreitung von Aussprachen, die alle von der masoretischen abweichen, einander aber nahe stehen. Kahle verweist auf die Transskriptionen der zweiten Kolumne des Origenes, die des Hierongmus, auf die Aussprache des 70 Man vergleiche, wie einfach der Eid eines Christen war.