Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 130

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 130 (sequence 36)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2292929-2293072-2293074--10970-2304270
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

130 Die Änfänge von Hirschei Löbels Berliner Rabbinat Der ״Vioerabbi“ Äaron Moses war 1771 zum Ansbachischen Oberrabbiner mit dem Sitz in Schwabach gewählt worden und hatte im Sommer dieses Jahres Berlin verlassen.3 Aus Gründen, die wir nachher erfahren werden, war es der Verwaltung der Berliner Judenschaft um eine baldige Besetzung des frei gewordenen Rabbinats zu tun. Darum beschlossen die Aeltesten und Vorsteher bereits am 22. Dezember 1771, daß binnen 14 Tagen die Kommission der 32 geeignete Kandidaten für das Amt eines Oberrabbiners (אב בית דין וראש מתיבתא ) vorschlagen und daß innerhalb eines weiteren Monats die ״vorzügliche“ Versammlung (אסיפה מאושרת) die endgültige Wahl vornehmen solle.4 Als Ergänzung folgte am 1. Januar 1772 der Beschluß, daß der zu wählende Oberrabbiner als Gehalt aus der Gemeindekasse monatlich 50 Taler Courant erhalten solle, dagegen nicht die bisher für die drei Wallfahrtsfeste übliche Ver~ doppelung.5 Zur endgültigen Wahl kam es erst am 29. März 1772^ Die Gemeindeversammlung von 63 Mitgliedern wählte den Mannheimer Oberrabbiner Zewi Hirsch6 mit Majorität zu ihrem rabbinischen Oberhaupte7: 3 Landshuth S. 62, 68. 4 Äeltestes Gemeindebuch, (Ärchiv d. jüd. Gemeinde Berlin), Hdschr. Bl. 182v zum 15. Teweth mit 14 Unterschriften. 5 Äeltestes Gemeindebuch ibid. zum 25. Teweth, Beschluß der פו״מ ואלופי ט״ו אנשים* David Frankel hatte wöchentlich vier Taler Gehalt, im Tischri das Doppelte, im Nissan für zwei Wochen, im Siwan für eine Woche das Doppelte. 6 So lautet der Name in allen hebräischen Dokumenten. In den deutschen lautet die eigene Unterschrift stets Hirschei Löbel. Äuch Bogsen nennt ihn 1770 so: Landshuth S. 83. Die Berliner Gemeinde schreibt in dem Gesuche um Bestätigung Hirschei Levin. Dem entspricht auch der Name in der Bestätigungsurkunde: siehe weiter, Äuf dem gedruckten Titelblatt der ״Ritualgesetze“ steht Hirschei Lewin (mit w), in der Einleitung Hirschei Levin (mit v). 7 Äeltestes Gemeindebuch, Hdschr. Bl. 183r mit 36 Unterschrift ten. Hdschr. Landshuth Ä 52 I S. 56.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.