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Jeschurun · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 104 (sequence 10)
Language
German
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104 Der Geburtenrückgang — ein jüdisches Problem. Der Geburtenüberschuß ist der Höhenmesser des Lebenswillens. Die Lebensverneinung hat zur Folge: die Flucht vor dem Kinde. III. Das Geburtenproblem und die jüdische Bevölkerung. Wie mag sich in diesem Zifferntaumel, in dieser Um- Wertung aller Werte die jüdische Bevölkerung verhalten? Die wissenschaftliche Grundlage für diese Frage wird gefunden werden können, wenn wir von den Erbeigentümlichkeiten der jüdischen Rasse und Nation ausgehen, wenn wir die soziologische Stellung der Juden berücksichtigen und schließlich der Eigenart ihrer religiösen Einstellung und Lebensweise gerecht zu werden suchen. Die Fruchtbarkeit der jüdischen Rasse ist beinahe sprichwörtlich geworden. Wie oft, enthält auch dieses Schlagwort nur eine halbe Wahrheit, oder gar noch weniger Wahres. Kritisch betrachtet, kann der Einfluß der Rasse auf die Geburtenziffer noch nicht als einwandfreies wissenschaftliches Ergebnis angesehen werden. Gewiß, man spricht auch von Fruchtbarkeit der slawischen oder mongolischen Rasse. In strengem rassenbiologischem Sinne wohl mit Unrecht. Denn nur solche Eigentümlichkeiten, die auf innere vererbbare Faktoren zurückzuführen sind, verdienen als Rasseneigenschaften bezeichnet zu werden. Bei der Fruchtbarkeit der Slawen und Mongolen handelt es sich aber im wesentlichen nicht um solche endogene, sondern um exogene Faktoren, die die erhöhte Fruchtbarkeit bedingen. Es sind dies Momente der äußeren Kultur, der religiösen Bindung oder eines primitiven ungehemmten sexuellen Lebens. Auch die Fruchtbarkeit der Juden früherer Zeiten und der heutigen Ostjuden ist als eine rein exogene Erscheinung anzusehen. Sie stellt keineswegs eine jüdische E r b eigentümlichkeit dar, Schwindet vielmehr bei Aenderung der geburtenfördernden äußeren Faktoren ohne weiteres. Vielleicht ist als Rassen-

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