Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur Diskussion Landau - Wolfsberg 89 Heute sollte nur nochmals aus dem Herzen eines ergebenen Anhängers einiges über den Zionismus zu den Orthodoxen gesprochen werden. Diese sollen einen Hauch jenes gewaltigen Motors im Judentum spüren, der vorwärts treibt. Keinesfalls darf die Auffassung fortbestehen, daß die Bewegung geistig - ethisch - metaphysische Dinge mit der Ratio und ökonomisch - politisch - technische mit Sentiments behandle. Dieses wohl von Birnbaum stammende oder von ihm vorbereitete Wort, das der Lust an einer paradoxen, antithetischen Formulierung seine Entstehung verdankt und vom Affekt eingegeben ist, nicht jedoch von Gerechtigkeit und Billigkeit, ist ein Fehlurteil und darf um der Wahrhaftigkeit willen nicht weiter kolportiert werden. In wenigen Jahrzehnten hat die Bewegung fast ein יש מאין bewirkt — sicher wird die Steigerung der physischen, moralischen und religiösen Kräfte die Vollendung des zionistischen Werkes uns bringen. Wir hoffen, daß alles im jüdischen Volke, was reich (׳(עשיר בדעת gesund, glaubensstark ist, entschlossen mittun wird — und wenn insbesondere die überlieferungstreue Judenheit in ihrer Gesamtheit dabei sein wird, so werden wir gewiß zufrieden sein. -—- Zur Diskussion Landau ־Wolfsberg- Vor Jahren habe ich (mit anderen Äutoren) eingehend zur Frage des Zionismus vom gesetzestreuen Standpunkt aus Stellung genommen. Bei Wiederaufnahme der Diskussion in den letzten Nummern des ״Jeschurun“ kommt es für mich nicht darauf an zu zeigen, was und wie alles schon einmal gesagt wurde. Es zeugt für die Bedeutung und den inneren Wert dieses Problems, daß man Ältes immer neu sagen kann, sagen muß. Für meine Stellungnahme muß ich auf jene Äusführungen verweisen, die durch die seitherige Entwicklung für mich kaum an Gewicht verloren haben. Ich habe niemals Ver~ ständnis gehabt für das ״fiat principium pereat mundus“, ich glaube an praktische Erfolge im Einzelnen, glaube aber nicht, daß im Letzten der Religion Erez Israel in der Zeit des Galuth die Möglichkeit der Isolierung bietet vor den Gedanken und Bewegungen, die in der kürzesten Zeitspanne Ällgemeingut der Weltkultur werden. Äuf die Kontroverse über die Persönlichkeit Herzl’s und das Wesen des Zionismus kann ich hier weder eingehen noch glaube