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Jeschurun · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 79 (sequence 81)
Language
German
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Zionismus 79 Jndem der Zionismus seine Kraft im Punkte Palästina sammelte, indem er die hebräische Sprache erneut weihte, indem er auf das irdische Schicksal der Nation mit größtem Ernst seine Bemühungen richtete, verneinte er nicht die anderen Kulturwerte und die höheren Schichten des Judentums. Posit i v war und ist seine Haltung, und alle die genannten Hebel dienen nicht lediglich ihren unmittelbaren Zwecken, sondern sind Mittel für die Lösung des Gesamtproblems, mindestens aber Vorbereitung. Die Frage ist, ob die vom Zionismus er״ griffenen Methoden der jüdischen Schicksalslage adaequat sind. Empirisch läßt sich da nichts erweisen — jedenfalls heute noch nicht. Jm übrigen steht hier Ueberzeugung gegen Ueber״ zeugung. Auf jeden Fall wäre es ein krasses Verkennen der vorhandenen Kräfte, nicht minder aber der Gesetze des Wirkens gewesen — um nicht zu sagen: eine kapitale Dummheit — wenn man zionistischerseits alle Aufgaben promiscue in Angriff genommen hätte. Man kann mit unseren Mitteln und unter den Voraussetzungen historischer Zielsetzungen und psychologischer Realität nicht die ganze jüdische Welt rekonstruieren; es wäre töricht, das Jiddische qua Zionismus zu pflegen. Nie wäre das Hebräische zum Leben erwacht, wenn nicht Leidenschaft, Ausschließlichkeit dabei im Spiel gewesen wäre. Ohne Monomanie kommt kein großer Wurf zustande. Es mutet einigermaßen sonderbar an, wenn wir an dem Niedergange des Jiddischen die eigentlichen Schuldigen sein sollen. So schwer das Opfer des Jiddischen auch wäre: es wäre kein zu großer Preis für eine umfassende Hebraisierung, die wiederum ja wesentlicher Baustein der jüdischen Wiedergeburt ist. Landaus Klagelied, daß Bundisten und Bolschewisten jetzt mit der jiddischen Sprache nach Belieben schalten, schließt übrigens einen harten (unausgesprochenen) Tadel gegen die östliche Orthodoxie ein, die offenbar nicht imstande ist, Reichtum der Sprache zu erhalten oder gar zu erhöhen. Mit dem zusammenfassenden Begriff: Konzentration als klar erkannte Voraussetzung habe ich die zionistische Ätti-

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