Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zionismus 69 Weil ich der Auffassung bin, daß hier und jetzt keine Meinungsverschiedenheiten zweier Autoren, sondern wirkliche große Gegensätze im jüdischen Lager zum Austrage gelangen sollen, vermeide ich es bewußt, meinen בר פלוגתא direkt zu apostrophieren. Umgekehrt: Der jetzige Stand der Dinge suggeriert prinzipiell ein Abstrahieren vom Persönlichen. Läßt dieses sich im folgenden auch nicht ganz ausschalten, so soll es auf keinen Fall zum Einteilungsprinzip, zum Motiv und zum ständigen Begleitmotiv werden. I. Auch mir liegt es am Herzen, einmal grundsätzlich zum Problem der Publizistik, der Berichterstattung und des schriftstellerischen Wirkens überhaupt mich zu äußern. Doch scheint mir der Zusammenhang, in dem hier pro et contra gesprochen wird, nicht der geeignete Ort. Gerade Gedanken über dieses Thema, das stark ethisch gefärbt ist, sollten nicht aus der Kontroverse heraus destilliert werden. Zu leicht gerät man in die Gefahr, aus einem ganz eindeutigen Affekt heraus zu reden, und gewiß setzt man sich der Gefahr aus, mißdeutet zu werden. Deshalb will ich hier nur ein ganz knappes Wort sagen: Ich habe mir von der Natur des Landau erteilten Aufträges keine falsche Vorstellung gemacht, wie Landau (Jeschurun XVI, 515) meint; denn ich wußte nichts von einem solchen Auftrag. Wenn er aber meint, daß die Tagespresse (noch dazu aller Richtungen, wie er behauptet) über den Züricher Kongreß erschöpfend berichtet habe, so trete ich dieser Behauptung entschieden entgegen. Außer der ״Jüdischen Rundschau“ — die Kongreßzeitung nenne ich in diesem Zusammenhange nicht, denn sie ist gewiß nur von relativ wenigen Mensehen gelesen worden — hat wohl kein Organ einige einigermaßen umfassende Berichterstattung gegeben, und ich wage die Behauptung, daß von den Lesern des ״Jeschurun“, von denen ich eine hohe Meinung habe, ein sehr erheblicher Prozentsatz ohne genaue Kenntnis der Vorgänge in Zürich geblieben ist.