Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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44 Was geben wir der Jugend zu lesen usw. lichkeit. Wenn im ״Guten Kameraden“, ״Kränzchen“ und ״Universum“ der belehrende Teil gut ist, so verdirbt die eingelegte Erzählung mit ihren Seichtheiten und Christologismen alles, was wir erstreben. Es wird nicht mit Unrecht hervorgehoben, daß das zufällige, sprungweise Lesen der Privatlektüre die Äbsicht eines wohlgeordneten Schulunterrichts durchkreuzt und die Gefahr einer enzyklopädischen Viel- und Halbwisserei heraufbeschwört. Das gilt in erster Linie für die Jugendzeitschrift und läßt sie nicht nur unmöglich, sondern auch schädlich erscheinen. Eine Möglichkeit wäre noch die, gewissen Tageszeitungen und Wochenblättern Unterhaltungsbeilagen für die Kinder anzufügen, aber dieser Versuch ist mit Vorsicht zu unternehmen, da die Frage, ob die Jugend zur Zeitung geführt werden soll, noch nicht geklärt ist. Die jüdisehe Zeitung hat das vor der nicht jüdischen voraus, daß sie sich von Sensationsnachrichten und Sittenbildern trübster Art und schlüpfrigen Feuilletons fernhält, und daß sie vor allem zum Gemeinschaftsgefühl mit dem Klal erzieht. Darum kann man für einen solchen Versuch eher sein, wie bei den nichtjüdischen Zeitungen, für die ich trotz der heute vielfach eingelegten Fürsprache manches Pädagogen auf der Kindheitsstufe nicht sein kann. Die Gefahr besteht nur in der Beeinflussung der Kinder nach einer besonderen politischen oder religiösen Richtung, der die Eltern doch nun einmal angehören. Zusammenfassend darf man sagen, daß das Buch besser ist, als die Zeitschrift, die Jugendzeitschrift besser als eine Beiläge. Zurzeit aber haben wir übrigens in Deutschland keine Jugendzeitschrift gesetzestreuer Richtung. IV. Das ästhetische Verhältnis des Kindes und Jugendlichen gegenüber unserem Erziehungsideal. Die Forderung: vom Kinde aus muß jede erziehliche Maßnahme wenigstens mit in erster Linie berücksichtigt werden. Sie führt, wie wir gesehen haben, erstens zu Untersuchungen von Selbstzeugnissen der Kinder über ihr Lieblingsbuch,