Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Was geben wir der Jugend zu lesen usw. 43 einem Lehrbuch und einer belehrenden Jugendschrift. Daß wir sie aber auf den verschiedensten Gebieten jüdischer Wissenschaft dringend notwendig hätten, wird jedem klar, der in der Schule schon bemerkt hat, daß das nebenbei und spontan oder spielend Aufgenommene, viel besser sitzt als eine direkte Belehrung. Wir müssen in der jüdischen Geschichte sowohl wie in der Literatur, in dem T’nachunterricht wie im Dinimunterricht die Haupttypen der verschiedenen Altersstufen und die Wesensmerkmale ihres Interesses zugrunde legen. Dasselbe gilt auch für die Geschichtsbücher, T’nacherzählungen und Dar- Stellungen des Mizwolebens. Sonst erzeugt auch die belehrende Lektüre nur Frühreife. So sollen sie in der ersten Periode den Tätigkeitstrieb (den Tat-, Gehör- und Gesichtssinn) beschäftigen, in der zweiten Periode die Neigung fürs Märchenhafte ausnutzen und in einer dritten den Erlebnisdrang des Kindes befriedigen. Freilich müssen wir wissen, daß Wissenschaft nichts mit Dichtung zu tun hat, daß sie aber in obigem Sinne unterhaltend und dabei sehr erfolgreich sein kann, zeigt die Jugendzeitschrift. Denn neben dem Jugendbuch hat die Jugendzeitschrift eine große Bedeutung im literarischen Leben des Jugendlichen gewonnen. Es ist natürlich, daß eine Zeitschrift, die Woche auf Woche der Jugend in Schrift und Bild das geben könnte, was sie in erster Linie braucht, einen großen Wert dar stellen kann. Denn das Buch wird gelesen und weggelegt, aber die Jugendzeitschrift bringt mit jedem neuen Heft den Inhalt des Vorhergehenden in Erinnerung. Auch kann die Zeitschrift, solange das Buch fehlt oder schwer zu beschaffen ist, ein Notbehelf sein. Nichtsdestoweniger ist man im Allgemeinen gegen die Zeitschrift angesichts der Unmassen der bestehenden Zeitschriften im Dienste von Parteien, Industrien und Verlagsfirmen, wenn sie auch nicht alle so schlecht sind, wie die Ramapost in Deutschland. Gerade das, was die Kinder anzieht, der Reiz des Neuen und die Abwechslung, spricht vom pädagogischen Standpunkt aus dagegen. Die Zeitschrift erzeugt in den meisten Fällen Zerstreuung, Stoffgier und Oberfläch-