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Jeschurun · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 41 (sequence 43)
Language
German
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Was geben wir der Jugend zu lesen usw. 41 Mitte verschaffen wollen. Unter allen Stimmen, die in der Jugendschriftenkritik alle möglichen Gründe für die Äbkhnung dieser oder jener Bücher erhoben haben, findet sich nirgends dieser Grund, daß die Kinder, wenn sie mit dem Verfasser einmal vertraut sind, auch solche Schriften von ihm lesen werden, die für sie nicht taugen.1) Eine zweite Frage, die die frühere Jugendschriftenkritik in Widerspruch mit uns brachte, war die, ob ein tendenziöses Buch sich für die Jugendlektüre eigne. Im Falle der Verneinung müßte unsere ganze Jugendlektüre von der Liste abgesetzt werden. Aber dieser Gesichtspunkt wird heute von der Kritik selbst nicht mehr aufrecht erhalten. Nur darf die Tendenz nicht aufdringlich in den Vordergrund gerückt werden. Wir hindern nur damit das Kind, die für seine Entwicklung notwendigen selbständigen Schlüsse zu ziehen. Wir geben ihm das Material zum Aufbau der Persönlichkeit, bauen muß es selbst. Eine andere, dritte Frage ist: Soll die Belohnung des Guten und Bestrafung des Bösen ä la Christoph von Schmidt in der Jugendlektüre dargestellt werden? Wenn dies Prinzip so verwandt wird, daß es den Helden auf Schritt und Tritt für jede gute Tat belohnen läßt, so ist das freilich verfehlt. Wenn aber der Held mit den Schwierigkeiten des Lebens und Prüfungen des Alltags zu ringen hat, und schließlich den Sieg des Guten und den Untergang des Bösen im Sinne Berurias erlebt, so braucht das nicht aufdringlich moralisierend zu wirken, sondern wird nur den der Jugend so notwendigen und von ihr auch anerkannten Optimismus stützen. Diese Erzäh- *) So leid es mir tut, kann ich da weder den Standpunkt des Herausgebers des ״Hasefer“ noch den Standpunkt, den der ״Israelit“ nach Veröffentlichung der Jugendsehriftenliste der Keren Hathora-Kommission eingenommen hat, teilen. Das von Friedmann angezogene Verbot, von gewissen Persönlichkeiten sich nicht belehren zu lassen, gilt doch nur für die persönliche Belehrung; folge ich hierin auch dem ״Israelit“, so ist sein Standpunkt, den er pädagogisch begründet, psgchologisch nicht aufreccht zu erhalten.

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