Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Was geben wir der Jugend zu lesen usw. 31 hier aus möglicherweise wichtiges Material bereitgestellt werden könnte für die Widerlegung der Freud sehen Hypothese über die Entstehung aller Religion aus neurotischer Furcht, einer Annahme, deren zukünftige Auswirkungen angesichts der gleichlaufenden antireligiösen Propaganda des Wissenschaftliehen Kommunismus auch für uns noch längst nicht zu überschanen sind und nicht schwer genug eingeschätzt werden können. Was geben wir der Jugend zu lesen und was liest sie? Ein Beitrag zur jüdischen Erziehung. Von Direktor Dr M. Elias, Frankfurt a. M. I. Das jüdische Kind und das jüdische Buch bilden beide ein schweres, nach mehr als zwei Seiten hin problematisches Kapitel in der geistigen Entwicklungsgeschichte unseres Volkes. Als ich auf der ersten Erziehungskonferenz jüdischer Schulen in Frankfurt a. M. auf diese Frage hinwies, wurde sie wenig beachtet. Heute steht sie im Vordergrund des Interesses unserer Pädagogen. Aber bis zur Lösung der Frage fehlt noch viel. Wenn die Jugendlektüre schon an sich auch für die christliche Welt ein verwickeltes Problem darstellt, an dem sich Eltern-, Lehrer- und Aerzteschaft, an dem sich auch der Staat schon wund gerieben hat, können sie wenigstens das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, daß sie ein gutes Stück weitergekommen sind. Aller Orten gibt es Prüfungsausschüsse, und wer heute an guter Lektüre für die Jugend interessiert ist, weiß, an wen er sich zu wenden hat. Bei uns ist das nicht der Fall. Alle Richtungen haben zwar Bücher für die Jugend herausgegeben, aber es fehlt die psgchologische und pädagogische Unterbauung, es fehlt dadurch an der geeigneten und geprüften Auswahl. Unsere Jugendbüchereien haben nur einen kleinen Prozentsatz jüdischer