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Jeschurun · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German
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24 Die Ausgrabungen von Ur Was nach den Funden der Deutschen schon einigermaßen wahrscheinlich schien, ist nach diesen neuesten Entdeckungen nun als erwiesen anzunehmen: jenes nichtsemitische Volk der Sumerer — dem iranisch-kaukasischen Typus verwandt; schwarzhaarig, lang- und schmalschädlig2 — welches vielleicht schon in der Kupfersteinzeit in der Ebene des Euphrat und Tigris sich niederließ3 und etwa um die Zeit Abrahams, also um 2000 v. Chr., durch Einfälle der elamitischen Erobererkönige (Rim-Sin, biblisch: Arjok) von Larsa (biblisch: Elassar) und dann durch das Emporblühen von Babylon (Hammurapi, biblisch: Ämrafel) aus der politischen Geschichte verschwand — jenes Volk der Sumerer also ist als Mutter und Schöpferin der frühen assyrisch-babylonischen (semitischen) Kultur anzusehn, die bisher aus eigener Kraft entstanden galt. Ja die Sumerer haben zur Zeit des Alten Reiches von Aegypten, sogar schon zur vordynastischen Zeit Aegyptens, längst einen solchen Hochstand ihres kulturellen, sozialen und politischen Lebens erreicht, daß sie gegenwärtig als die ältesten uns bekannten Kulturträger der Alten Welt anzusehen sind. Die zahlreich aufgefundenen Tempel mit ihren Tontafel-Archiven, die Königsgräber, die Privathäuser, die Kunst- und Gebrauchsgegenstände, die Stelen- und Siegelzylinder liefern ein anschauliches und scheinbar vollständiges Bild des sumerischen Stadtlebens zur Zeit der Bürgerkriege und der Dritten Dynastie (der letzten) von Ur, 3000—2000 v., und in geringerem Maße auch seiner Entwicklung aus den früheren Epochen der Änsiedlung und Gemeinschaftsbildung. Was aus dieser ältesten Zeit auf dem uns besonders angehenden Gebiet des Religiösen an Mythen, magischen Vorstellungen und religiösen Handlungen neu erforscht ist, ist in Einzelheiten4 vielleicht interessant, ist im 2 Die Schädelform ist dem in Frankreich gefundenen bekannten Aurignac-Schädel angeblich nahe verwandt. 3 Hierauf deutet Genesis 11,2. 4 Besonders bemerkenswert ist die Anschauung der Sumerer über das Fortleben nach dem Tode, wie sie sich nach der Aufdeckung der Grabstätten ergibt.

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