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Jeschurun · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Die religionsphilosophische Stellung 9 Damit ist der Sechs-Stern der Grundbegriffe gegeben, der den Titel zu Rosenzweigs großem philosophischen Werk geliefert hat, dem ״Stern der Erlösung“. Dieser Sechs-Stern ist umfassend, Er lehrt das All überblicken in all seinen Teilen und in seinem gesamten Prozeß von Uranfang bis an aller Zeiten Ende. Die ewige Gesetzmäßigkeit des Physischen, des Kosmischen, die Logik und Mathematik alles naturwissenschaftliehen Begreifens der Welt ist ein Unterkapitel der Schöpfung, die Gott erneuert Tag um Tag. Das ewige Ringen des Mensehen um Erkenntnis, um sittliche Befreiung, um Erfassung seiner höheren Bestimmung, die Erleuchtung der Geister, alles ist Offenbarung Gottes an den Menschen, ist seine Erweckung zur Seele, ist die immer neuhervortretende Liebe des Offenbarer-Gottes, der jedes Menschenwesen mit Namen zu seinem Dienste ruft, jeglichen Menschen und jegliches Volk nach ihrer Besonderheit und Weise bedenkt, der Israel ausgezeichnet hat zur tiefsten Erkenntnis aller Welt- Zusammenhänge und zur höchsten Verwirklichung der sittliehen Forderung. Endlich tritt jede erfinderische und entdeckende Tätigkeit des Menschen an der Welt, jede Gestaltung zur Nutzbarmachung, zur Erschließung ihrer Kräfte, alles wirtschaftliche und gewerbliche Tun, alle Völker- und Staatenbildüng, alle Lehre und Unterricht, alle Organisation zu Idealzwecken, alle religiöse Gemeinschaft und jede Tat der Mizwa, der Heiligung, der Versittlichung, der Liebe und der Gerechtigkeit als ein Dienst an der Welterlösung, als Fortschritt zum Messianismus uns ins Bewußtsein. Und wenn Du fragst, was wird aus dem großen Einheitsstreben der Philosophie, das die Menschen seit Urzeit beherrscht hat, zum einheitlichen Kern der Dinge vorzudringen, Bestrebungen, die im Pantheismus, im Monismus, in fast allen philosophischen Schulen zu großartigen Systembildungen geführt haben, so tritt in dieser Weltanschauung Rosenzweigs an Stelle der Einheit die Einigung, d. h. die Aufgabe, Schöpfung und Offenbarung zu Einheit und Einklang zu führen, Gottes Schechina mit Welt und Menschheit zu vereinigen. Die Einheit

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