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Jeschurun · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Die religionsphilosophische Stellung 5 zweig gegeben ist. Diese beiden Namen sind nicht voneinander zu trennen. Philosophisch bedeuten sie die Wiederentdeckung der religiösen Wirklichkeit, dieVersöhnung von Philosophie und Religion, ja mehr noch als das, sie bedeuten die Erkenntnis, daß es keine Philosophie ohne Religion, daß die Offenbarung das Herzstück jedes philosophischen Weltbildes sein und werden muß. Dies besagt für das Judentum um so mehr im Hinblick auf die Persönlichkeit dieser beiden Männer. Cohen war ein Baal Teschuwa. Als Kind im Judentum erzogen, geht er den weiten Weg über die allgemeine Philosophie, um zuletzt als ihr Ä und O sein Judentum wiederzufinden. Rosenzweig gar kam ganz aus der Fremde; wie ein Komet, der aus dem Unendliehen kommt und in den Schwerbereich eines Sterns gelangt, diesen umkreisen muß; so wurde er durch eine glückliche Fügung, die ihn mit dem Judentum in Verbindung brachte, geradezu Entdecker jüdischen Aitneulandes, um es dann mit genialer Intuition seinem philosophischen System einzuverleiben. Cohen, der völlig voraussetzungslos die Grundlegung einer Orientierung in der Welt der Kultur suchte, war ״zu seinem eigenen Erstaunen“ schon in den Jahren, als er grundsätzlich das Judentum noch aus all seinen Forschungen herauslassen wollte, in seiner Ethik auf die Unumgänglichkeit des Gottesbegriffs geführt worden. Alle Sittlichkeit schwebte in der Luft, war nicht mehr als ein Traum und fromme Utopie, wenn nicht ein Bürge für die endliche Versittlichung der Mensehen, für die Erfüllung der Natur mit dem Ideal, für den letzten Sieg des Guten vorhanden ist. Dieser Bürge kann nur Gott sein. Der sittliche Gott und er ganz allein ist der Garant der ״Wahrheit“, der Bewährung des Sittlichen. Aber wenn anders Gott dieser Garant ist, so ist damit auch der Sieg und die Absolutheit des ethischen Gesetzes gewährleistet; so muß in immer sich steigernder, fortschreitender Linie Natur und Sittlichkeit, der Mensch und sein Ideal sich einander durchdringen. Damit war der Gedanke des Messianismus gegeben.

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