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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 593

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 593 (sequence 83)
Language
German
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Ein Führer — groß und einsam 593 Ein Führer — groß und einsam. Zum Gedächtnis an den Telscher Raw, R. J. L. Bloch זצ״ל• Große Männer sind einsam. Sie ziehen den Blick auf sich wie Felsen, die wuchtig aufragend am Wege stehen. Und sind sie nicht mehr, so zieht das Flache ungestört dahin. Kommt dann ein Wanderer des Weges, so sucht er vergehlieh nach einem großen Etwas, das seine Blicke aufwärts zieht. Er sucht ein trotzig Einsames — und findet es nur in sich, in seiner eigenen Sehnsucht . . . Wenn in diesen Blättern über den heimgegangenen Telscher Raw, R. Josef Leib Bloch V'^Pgesprochen wird (obwohl dem beschränkten Raume der Zeitschrift entsprechend nur selten Nachrufe veröffentlicht werden), so geschieht es um seiner Größe und Einsamkeit willen, ob des Verbundenseins dieser beiden Komponenten eines (nun vergangenen) Geschehens, an dem das gesetzestreue Judentum nicht vorübergehen kann — um seiner selbst willen. Jede Festlegung auf Hauptzöge in der Beurteilung eines umfassenden Geistes ist eine ungerechte Reduktion. Aber ebenso wahr ist, daß die Lehren eines Menschenlebens nur knapp mit Worten sind, sofern sie lehren wollen ... So wie der Fels die Sprache der Landschaft spricht, wenn wer des Weges kommt, sie hören will . . Es ist gut, daß der Maßstab der Größe für unsere Großen bisher nicht verändert ist, daß die Größe im Thorawissen und Thoraleben den jüdischen Führer kennzeichnet. Aber schon Moses, unseres ersten Führers, Klage war es, er habe keine Fertigkeit der Zunge, er entbehre der Führerqualitäten, der nötigen Mitarbeiter, und es bedurfte göttlicher Gnade zu spenden, was da fehlte. Und Führertum wird immer (nicht im Werte als Vorbild, wohl aber als tätiges Führertum) abhängig bleiben von der begnadeten Grund-Fähigkeit, Klarheit zur Durchsichtigkeit werden zu lassen und Glas zu einem Spiegel, der dem Draußen gibt, was er in sich trägt. Freilich, hier ist Gegensätzliches verflochten und es ist für manchen Führer tragisch, stets im Ungewissen zu sein, wie weit Arbeit

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