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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 588

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 588 (sequence 78)
Language
German
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588 Bemerkungen zu einem Aufsatz Dr. Wohlgemuths Bemerkungen zu einem Aufsatze Dr. Wohlgemuths. Von Rabb. Ph. Fischer, Sarospatak (Ungarn). Gegenüber dem im Hefte 7/8 veröffentlichten Aufsätze des Herausgebers: ״Moses Mendelssohn und das thoratreue Judentum“, hätten wir mehrere Einwendungen zu erheben. Dr. Wohlgemuth wirft dem Systeme S. R. Hirschs vor, daß es zwar genial, aber durchaus subjektiver Fassung ist,, namentlich ist seine Tnach- und Ägadadeutung ״nicht genügend philologisch, d. h. auf den Pschat gegründet“ (S. 335 ff.). Der Autor scheint aber hier nicht beachten zu wollen, daß kein gläubiger Exeget, dem die Bibel Gotteswort und als solches: Quelle aller Lebenswahrheit und -Weisheit, ist, beim dürren Philologischen verbleiben kann noch darf. Ich will nur auf das Beispiel des uns überkommenen ältesten Exegeten, dem Targum Onkelos, hinweisen! (Es ist überflüssig zu bemerken, daß Onkelos nicht einfacher Uebcrsetzer, sondern zugleich auch Kommentator ist. Uebrigens ist jeder echte Bibelübersetzer zugleich auch Exeget.) Man sehe doch einmal die meisterhafte Einleitung zum נתינה לגר darüber, wie Onkelos sich gezwungen sah, die antropomorphistischen Ausdrücke in der Bibel, dem ,,philologischen Pschat“ entgegen, mit ganz anderen Worten zu ersetzen. Nur für die halachischen Partien kennt die Ueberlieferung fest- und für die Ewigkeit gebundene traditionelle (מסני) Exegese, die allerdings für den Gläubigen mit einer, der mathematischen Wissenschaft gleichen objektiven Gewißheit bekleidet ist. Die Exegese der anderen Teile aber, insofern dieselben die feststehenden Grund lehren des Judentums nicht tangieren, beruht keinesfalls auf einer derartigen objektiven Gewißheit, wie sie nur von einer wohlverbürgten Ueberiieferung garantiert werden kann. Hier machte sich seit jeher die jeweilige subjektive Auffassungsweise des betreffenden Exegeten geltend. Hier kann, namentlich bei dunklen und rätselhaften Stellen, fast unmöglich von einer ganz einwandfreien, restlos befriedigenden objektiven Exegese gesprochen werden. Hier kann der in Dunkel gehüllte Sinn höchstens קרוב לאמת mit dem höchsten Grade des Scheines von Wahrscheinlichkeit klargelegt werden. Einerlei ob diese Klarstellung auf Grund wissenschaftlich genauester Untersuchungen oder auf Grund fast an Inspiration grenzender Intuition erfolgt. Ein Beispiel und Beweis für die Richtigkeit des eben Gesagten ist der Umstand, daß Wohlgemuth wiederholt (a. a. O. S. 336

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