Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 576 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293065-2293071--10803-2304102- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
576 Ein rätselhaftes Dokument der italienischen usw. auch das nicht zubilligen, was jene Begeisterten des Ängleichungsrausches ihm beließen: die Schule. 3. Die Lehre. Es erscheint daher nötig, dieses Dokument dem heutigen Judentum als warnendes Signal vorzulegen und ihm dadurch deutlich zu machen: Es ist Zeit, die Zeiten des ersten Freiheitsstrahls zu vergessen und die Besinnung auf unser bestes Selbst zu einer allgemeinen und ausnahmslosen Volksbewegung werden zu lassen. Was im Süden vor 80—90 Jahren zur Selbstverständlichkeit gehörte, sollte es längst auch bei uns sein. 4. Der Text. Trotz allem Obigen kann nicht behauptet werden, daß das Rätsel der Zeit und des Ortes dieses Dokumentes restlos befriedigend gelöst sei. Daher sei im Folgenden ungekürzt der ganze Text des Schriftstücks dem Urteil aller Spezialforscher der Geschichte des italienischen Judentums unterbreitet, jeder brauchbare Fingerzeig, der das Rätsel seiner Lösung näher bringt, ist des Dankes gewiß. Den in einer Synode im Jahre 2240 der volkstümlichen Zeitrechnung versammelten Rabbinern des Königsreichs wurde folgendes Problem unterbreitet: Ihr Lehrer Israels! Eine edelmütige Nation bietet uns die volle Ausübung der städtischen und staatlichen Bürgerrechte an, ohne von uns irgend ein Opfern unserer religiösen Prinzipien zu fordern oder uns zu verpflichten, andere, von den unsrigen verschiedene oder ganz neue Prinzipien anzuerkennen, die einzige von ihr gestellte Bedingung ist die, daß wir, da wir in diesem Lande geboren und infolgedessen Kinder dieses Staates sind, alle praktischen Pflichten auf uns zu nehmen und sie gewissenhaft zu erfüllen haben, wie sie alle Kinder des Vaterlandes auf sich nehmen und erfüllen, welche dieselben Rechte und Privilegien genießen.