Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 571 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Der gegenwärtige Kampf um die Wahrheit usw. 571 richtes gerecht? Nein. Denn von einem solchen Feuer würde der daneben stehende Dornstrauch selbstverständlich verbrannt worden sein. Aber die Erzählung sagt, daß ״der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.“ Und was lehrt sodann der geschichtliche Zusammenhang jenes Erlebnisses über dessen Ursprung? Jedenfalls dies, daß man es nicht auf eine Halluzination zurückführen darf, wie dies oft versucht worden ist. Denn Mose war zur Zeit jenes Er־׳ lebnisses ein unterrichteter und tatkräftiger Mann (Exod. 2, 10, 13), den man nicht zum Opfer einer Sinnestäuschung machen darf. Auch erwartete er nach dem Quellenberichte, als er dem Berge Horeb sich näherte, nicht (Exod. 5, 5), an jenem Orte eine heilige Stätte zu finden, sodaß er eine Gotteserscheinung hätte erwarten können. Infolgedessen bleibt das dem Texte und seinem Zusammenhange entsprechende Urteil nur dieses, daß vor den Augen Moses sich damals das für gewöhnlich transzendente Licht enthüllte, das die Ausstrahlung des göttlichen Geisteswesens (Jes. 31, 3 b) bildet. Vgl. Exod. 13, 21; 33, 9 usw. und insbesondere Elias Worte: ,,Herr, öffne ihm die Augen, daß er sehe! Da öffnete der Herr dem Diener die Augen, daß er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her“ (2. Kön. 6, 17). Diesem Urteil meint man freilich durch die jetzt vielbeliebte Flucht nach dem Milieu sich entziehen zu können. Nämlich man schreibt, kein wissenschaftlicher Forscher wage es, die Aussagen griechischer Helden, deren Augen oft die Gottheit5) schauten, auf die Wirklichkeit göttlicher Offenbarungen zurückzuführen. ,,Warum soll das, was ihnen billig ist, nicht auch Mose recht sein?“6) Demgegenüber muß ich jedoch die folgenden Fragen stellen: Ist die religionsgeschichtliche Stellung des griechischen schichte der alttestamentlichen Religion“ (1924), S. 191 ff. angeführt und beurteilt. 5) So schreibt er anstatt ״einen Gott“ oder ״eine Göttin“! 6) Hugo GreBmann, ,.Mose und seine Zeit“ (1913), S. 22.