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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 570

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 570 (sequence 60)
Language
German
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570 Der gegenwärtige Kampf um die Wahrheit usw. nicht aus einer bloß natürlichen Quelle herleiten konnte, hat es die Ueberzeugtmg von der Unvergleiehlichkeit des von Mose wieder verkündeten Gottes gewonnen, und kann diese Ueberzeugung etwa Lügen gestraft werden? Sieh hin, dort stand das Volk Israel eingekeilt in fürchterlichste Enge — hinter sich das Heer des wortbrüchig gewordenen Pharaos und vor sich die Wasserflut des Roten Meeres! Da, im Moment der allerschlimmsten Gefahr trat durch einen Ostwind — das verkannte Israel nicht! — eine Furt zutage, und das Volk des Ewigen konnte gerettet hindurchschreiten. Hat es da ohne Grund die Dankesworte gesprochen: ,,Ich will singen dem Ewigen, denn er ist gar hehr: Das Roß und seinen Reiter warf er ins Meer!“ (Exod. 15, 1)? Hat es ohne Grund seine ganze nationale Erinnerung insbesondere auch auf dieses Erlebnis wie auf einen Felsenboden auf gebaut? Diese Frage bejahen zu wollen, das heißt, den Kernpunkt aus einem festgeschlossenen Geschichtsbewußtsein herausnehmen wollen. Ein solches Verfahren muß ich auch als ein quellenwidriges bezeichnen. Denn nach einem Grundsätze der Kritik, den schon Lessings Scharfsinn gefunden hat,3) sind es mindestens die übereinstimmenden Momente aller Quellen, die Vertrauen verdienen. Ferner bei einem andern Teil der Erlebnisse, die als Grundlagen der religiösen Ueberzeugung Ältisraels überliefert sind, ist vor allem der Wortlaut des Textes und sein Zusammenhang genau zu beachten. Dazu mahnen die neueren Auffassungen des Ereignisses, das Mose am Berge Horeb erlebte (Exod. 3, 1 ff.). Dies war nach einer Hauptautorität der Gegenwart ,,ein Erdfeuer, das von unterirdischen Gasen herrührte, und in dessen nächster Nähe ein Dornstrauch stand.“4) Aber wird diese Auffassung dem Wortlaut des Be- 3) Lessings Sätze und eine geschichtliche Exempiifizierung derselben findet man in ,,Die Genesis eingeieitet, übersetzt und erklärt“ (1925), S. 81 ff. 4) Ed. Meyer, ,,Die Israeliten und ihre Nachbarstämme“ (1906), S. 62. Alle andern neueren Erklärungsversuche findet man in ״Ge-

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