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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 569

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 569 (sequence 59)
Language
German
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Der gegenwärtige Kampf um die Wahrheit usw. 569 verflossenen Jahren die erwähnte höchste Aufgabe in Angriff genommen. So habe ich schließlich selbst es nunmehr für meine Pflicht gehalten, in diesen Kampf für die Wahrheit der alttestamentlichen Religion einzutreten. Methodisch richtig meine ich bei dieser Untersuchung davon ausgegangen zu sein, daß ich in allererster Linie die Grundlagen aufsuchte, auf welche die alten Vertreter der wahren Religion Israels1) ihre Ueberzeugung von der wahrhaft göttlichen Begründung der patriarchalisch-mosaischen Religion ihres Volkes aufgegeben haben. Zu allererst also fragte ich mich: Weshalb waren sie dessen gewiß, daß die besondere Verbindung — denn das heißt ja ,,religio“ — zwischen Gott und Abraham usw. geknüpft worden ist? Wie schon diese Fragestellung ein ,,Neuland“ in der Forschung bildet, da sie meines Wissens noch nicht zum Ausgangspunkt bei dieser Untersuchung gemacht worden ist, so bildet auch der erste Teil ihrer Beantwortung solches Neuland. Die unterste Grundlage für das Bekenntnis jener alten Vertreter der legitimen Religion Israels ist durch Erlebnisse gebildet worden. Das hören wir ja aus solchen Sätzen heraus, wie wir sie z. B. in Exod. 13, 13 lesen: ״Wenn dich heute oder morgen dein Kind fragen wird: ,,Was ist das (nämlich die Feier des Pessachfestes)? Dann sollst du ihm sagen: Der Herr hat uns mit mächtiger Hand aus Aegypten, aus dem Diensthause, geführt.“ Jenes Erlebnis hatte sich eben als ein Gipfelpunkt erwiesen, von dem ein starker Strom religiösen Lebens entsprungen war. Auf Grund jener Erfahrung sang das gerettete Volk im ,,Meerlied“ (Exod. 15, 16—18): ״Wer ist dir gleich, o Ewiger, unter den Göttern?“2) Das jener Errettung, die Israel 1j Im Unterschied von der jetzt viel genannten ״Volksreligion“ Israels, dessen neueste drei Phasen man in ״Theologie des Ä. T.“ (1923), 57 vorgeführt und beurteilt finden kann. 2) Dieser Rücksichtnahme auf die polytheistisch gesinnte Umweit konnte sich Israel nicht sofort entziehen (eingehend erörtert Theol. Ä. T. 1923, S. 119, 121).

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