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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 565

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 565 (sequence 55)
Language
German
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Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere 565 unser Schimpflexikon mit solchen Entlehnungen versehen.180 Vereinzelt muß Hund181 und Esel182 daran glauben. Beim Hund ist die verächtliche Stellung, die er im Orient dadurch einnimmt, daß er in der Mittelstellung zwischen frei herumschweifendem und domestiziertem Tier alle schlechten schakaiartigen Eigen- 180 Verlockend das ungewöhnliche בהמות הייתי עמך Ps. 73, 22 als Nilpferd zu nehmen, aber angesichts Hiob 41, wo das Tier in seiner überwältigenden Unangreifbarkeit geschildert wird und beim Fehlen jeder Änalogie doch nicht angängig. 181 Ruth R. zu 3, 4; Jer. Sanh. 26 a Z. 14 v. u.; Lev. R. 9, ß. Die Lektion, die der Schmähende, ein großer Talmudlehrer, hier erhält, ist für die Selbstbeurteilung und -Verurteilung des ״Pharisäertums“, die der Midrasch seinen Vertretern nicht erspart, so charakteristisch, daß sie hier gebracht werden soll. R. Jannai sah auf dem Weg einen Mann (den er für einen Gelehrten hielt) und bat ihn, bei ihm zu Gaste zu sein. Er führte ihn in sein Haus, gab ihm Speis und Trank. In der Unterhaltung konnte jener ihm weder in der Schrift, noch in Mischna, Ägada, Talmud Bescheid geben. Schließlich sagte er zu ihm: Sprich das Tischgebet! Der antwortete: Jannai mag das in seinem Hause tun. Da ließ er ihn nachsprechen: ,)Ein Hund hat vom Brote Jannais gegessen/1 Der Gast sprang auf und packte R. Jannai: Mein Erbe ist bei dir, und du versagst es mir?! Da fragte er ihn: Welches Erbe? Er antwortete: Einmal kam ich an einem Schulhaus vorbei und hörte die Kinder sagen: Die Thora hat uns Mosche geboten, ein Erbe der Gemeinde Jakob; nicht das Erbe Jannais, sondern das der Gemeinde Jakob. Da fragte er ihn: Um welchen Verdienstes willen hast du nun doch von meinem Brote gegessen? Er antwortete: Niemals habe ich in meinem Leben üble Nachrede gehört und sie dem Betreffenden hinterbracht und niemals habe ich zwei miteinander streiten sehen, ohne daß ich zwischen ihnen Frieden gestiftet. Da rief R. Jannai: So hohe Sittlichkeit wohnt dir inne, und ich habe dich einen Hund genannt! 182 Ned. 81 a משום דקרי לאינשיחמרי; Baba K. 92 a. Die ״weißen Gänse (Berachoth 20 a), als die die Frauen dem R. Gidel nach seiner Äntwort erschienen, wenn er ihnen zeigte, wie sie das Tauchbad vorzunehmen hatten (auf die Frage der Weisen, ob er sich denn nicht vor dem Jezer hara fürchte), sind zwar ungalant aber harmlos. Ebenso harmlos diese Bezeichnung für falsch entscheidende alte Gelehrte (Kethuloth 85 a; Gittin 73 a). Dieקקו פדיפטי in Jer. Baba b. 16 d Z. 19 v. u. sind nicht nimmersatte ,Gänse, wie der פירוש z. St. angibt, sondern e i n Wort, das griechische xolxotcouösvszoi schlechterzogene (Kinder), wie Levg W. B. s. v. schon bemerkt.

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