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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 556

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 556 (sequence 46)
Language
German
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556 Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere sein Chasierfüßchen heraus (es hat wie die reiner! Tiere gespaltene Klauen): Seht, ich bin ein reines Tier.147 Der Ausspruch Jirmijahus (9,9): ,,Die Vögel des Himmels und die Tiere sind flüchtig geworden“ wird wörtlich genommen: Weshalb sind die Vögel in Babel fetter [als die im heiligen Lande]? Weil sie nicht in die Verbannung gezogen.י4ב Das Vieh frißt von der Krippe seines Herrn, der Vogel nimmt wahllos von fremdem Gute. Darum spricht Gott: Dieser Kropf ist voller Raubes, er soll nicht mit auf dem Altäre dargebracht werden.149 Gott liebt die Proselyien, wie wenn ein Reh zu einer Herde stößt, der König den Hirten sagt: Gebt mir auf dies Tier besonders Acht! Sie wundern sich: Du hast doch so viele Böcke, Schafe und Ziegen und du verwarnst uns nicht, und für dieses Reh gibst du uns jeden Tag einen anderen Auftrag? Und die Antwort: Die Schafe sind willig und nicht willig. Das ist ihre Art, daß sie am Tage auf dem Felde weiden und abends in die Hürde zum Schlafen kommen. Aber die Rehe schlafen in der Steppe, sie pflegen nicht in die bewohnten Stätten zu kommen. Sollen wir es diesem Tiere nicht hoch anrechnen, daß es die große, weite Steppe, die freie Stätte des Wildes verlassen, um in das Gehöft zu kommen? So müssen wir es dem Proselyten hoch anrechnen, daß er seine Familie, sein Elternhaus, sein Volk und alle anderen Völker verlassen und zu uns gekommen. Darum hat Gott Israel so oft verwarnt, daß sie ihnen gegenüber wohl Acht geben sollen usw.1:,° Die Liebe der Tiere zu ihren Jungen wird schon in der Bibel hervorgehoben. Der Bär, der seiner Kinder beraubt, ist das gefährlichste Raubtier. Es bleibt ja immer eines der groß- 147 Lev. R. 13, 5. 148 Sabb. 145 b — vgl. die ausführliche Schilderung jener ,,Exil- Wanderung1‘ Jaikut Jer. § 281. 149 Lev. R. 3, 4. 150 Num. 8, 2. vgl. die liebevolle Ausmalung daselbst; wiederum bezeichnend die Ideenassoziation, die Freude an dem zahmen Reh.

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