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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 553

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 553 (sequence 43)
Language
German
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Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere 553 diese Art seinen Genossen gegenüber beweist.129 Nach Raschi indem er seine Nahrung mit ihnen teilt. Anlaß zu dieser Bemerkung haben aber wohl die bekannten Versammlungen der Störche gegeben. Die besonders ins Äuge fallenden Krähenscharen, die eine Kundgebung der Geselligkeit sind, haben wohl in gleicher Weise zu der Annahme geführt, daß die Raben einander lieben.130 Aus dieser Zueinandergesellung leitete man auch einmal eine haiachische Entscheidung ab: In den Tagen R. Chija Rabbas kam ein Star nach Erez Jisrael; sie kamen zu ihm und fragten: dürfen wir ihn essen; da sagte er: tut ihn aur ein Dach, jeder Vogel, der sich bei ihm lagern wird, der ist seine Art; da kam ein ägyptischer Rabe und weilte bei ihm; da sagte er: der ist unrein, denn es heißt [bei den verbotenen Vögeln Lev. 11, 15] ,,jeder Rabe nach seiner Art.“131 Auch die Eheverhältnisse der Menschen werden auf die Tiere übertragen, sie leben in Polygamie, manche in Monogamie. Die Taube entsprechend der allgemein verbreiteten Volks- Vorstellung — vgl. ,,wie zwei Turteltauben“ in A׳ionogamie,132 ebenso das Kamel,133 dem auch sonst merkwürdiger Weise eine besondere Keuschheit nachgerühmt wird134 (übrigens im Gegensatz zu Jer.2, 23), der Panther setzt ,,uneheliche“ Kinder in die Welt.133 129 Chullin 63 a; vgl. jedoch andere Erklärung Midr. Teh. ed. B. S. 144. 130 Pes. 113 b — die Zusammenstellung: ,,drei sind es, die einander lieben: die Proselyten, die Sklaven und die Raben“ könnte freilich den Gedanken nahelegen, daß es deshalb geschieht, weil sie sich den anderen Vögeln gegenüber als fremd und ausgestoßen betrachten. 131 Jalkut zu Ps. 194; vgl. auch Chullin 65 a. 132 Erubin 100 b. 133 Nach Lewysohn § 38. 134 Gen. R. 76, 6 die Erklärung des Mathenath Kehunah erscheint mir nicht zureichend. 13^ Kidd. 70 a. Nach Raschis Erklärung: כחיה זר שאינה מקפדת בזוג חברתה müßte man annehmen, daß die Talmudstelle den Panther in Monogamie leben läßt (danach auch Lewysohn § 38), aus dem

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