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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 549

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 549 (sequence 39)
Language
German
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Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere 549 dieses Ausspruchs die Erscheinung des Schönen überwältigt hatte. Das vollendet Schöne bedarf der Kontrastwirkung. Es verkörpert zugleich eine Idee. Das grell Rote als aufdringlich und die Sinne aufpeitschend kann in kleiner Dosierung das Weiß ergänzen, die Schöne des Trägers noch um ein besonderes erhöhen. Das ganze ein Bild für Israel, dessen Eigenschaften dem Dichter in ihrer Vollendung erstrahlen, aas aber des an sich Häßlichen, der Armut und des Elends bedarf, soll sein Charakter im Blickpunkt des Wertenden zur rechten Würdigung gelangen. Aber zum Träger genommen das schönste Tier. ״Das arabische Vollblut (und warum sollen wir dies als dem Dichter vorschwebend nicht annehmen?) wird von dem Naturforscher wie von dem Pferdekenner als das edelste Tier der Schöpfung gepriesen.111 Sie haben nicht minder ein Auge für das Häßliche: In Psalm 106, 20, der die Sünde des goldenen Kalbes geißelt, ,,Sie verwandelten ihre Herrlichkeit mit dem Gebilde eines Ochsen, der Gras frißt.“ In diesem Zusatz sieht R. Akiba nicht bloß das niedrige Wesen, sondern eine Verschärfung des Tadels ,,Es gibt nichts Häßlicheres als ein Rind in dem Äugenblick, da es Gras frißt.11- Wenn es dann den Kopf hebt und der Schleim ihm aus dem Maule fließt, dann wird der Speichel, der da zu beiden Seiten herabrinnt, zum Ekel. Die sonderbaren, ungewöhnlichen Tierarten machten auf sie Eindruck. Aber der Eindruck wird — wie überall Erlebnis im Judentum zu religiösen Werten gestaltet wird — in eine höhere Sphäre gehoben. ״Wer einen Elefanten, einen Für die Frage, wie es damit steht, wenn jemand in einer Sehenkungsurkunde Wendungen einer Verkaufsurkunde gebraucht, wird hier von R. Huna die Entscheidung gefällt ארכביה אחרי רכשי ב״־קי er hat ihn auf zwei schimmernden Rossen reiten lassen, der Emplänger genießt die Vorzüge beider Arten von Urkunden. Daß ברקי hier für weiß steht, geht aus der darauf folgenden Entgegnung von Chiskija hervor. 111 Brehm I S. 497. 112 Mech. zu Ex. 14, 29.

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