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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 542

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 542 (sequence 32)
Language
German
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542 Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere für einen Esel . . . vor den Richter komme die Sache beider, wen die Richter verurteilen, der hat das Doppelte seinem Nächsten zu bezahlen. Aber, wie gesagt, so durchsichtig sind nicht alle aufgeführten Gebete der Tiere. Es wird vielleicht noch gelingen, zu erklären, warum das reine Kleinvieh spricht: ״Wer ist wie du unter den Mächtigen Gott, wer ist wie du, erhaben in Heiligkeit, erhaben in Ruhmestaten, Wundertäter“, das reine Großvieh aber ,,jubelt Gott zu, unsere Macht, jauchzet dem Gotte Jakobs!“ Das Kleinvieh ist in seiner Wehrlosigkeit ganz auf Gott gestellt, das Großvieh hat immerhin seine Stärke, wenn es auch von ihr keinen Gebrauch macht, Gott zu danken. Klar, wenn das unreine Großvieh, das zumeist wie Kamel, Esel, Pferd, die Arbeitstiere stellt, spricht: ,,Wenn du von der Mühe deiner Hände ißt, heil dir, es geht dir wohl“. Recht unverständlich aber schon, daß das unreine Kleinvieh sagt: ,,Tue Gutes, Ewiger, den Guter! und denen, die redlich sind in ihrem Herzen“. Die Erklärung, daß die anderen unreinen Tiere vom Kleinvieh gegen ihren Genossen, das Schwein, pro״ testieren, das mit seinem ״Chasirfüßchen“ täuschen will,90 ist doch sehr gesucht. Bei manchen versagt jeder Versuch, den Schriftvers in eine besondere Beziehung gerade zu dieser Tiergattung zu bringen. Derartige Versuche sind natürlich gemacht worden. Der umfassendste in einem Werke des R. Chanoch Sundes Luria aus Noworodek. Aber so geistvoll manche Deutungen sind, der Umweg, der über eine Reihe anderer Agadas gemacht werden muß, ist doch oft zu groß. Wir können nur sagen, daß eben die Unbestimmtheit beabsichtigt war. Es sollte sich ein jeder dabei etwas anderes denken können. Das tritt so recht deutlich hervor beim Hahn. Als der einsichtige Vogel מי נתן לשכוי ביבה hat er am meisten zu sagen. In sieben Stimmen läßt er sich von Mitternacht bis zum Morgengrauen vernehmen. Was er sagt, das drückt zweifellos nicht seine Wesensart aus. Es sind Gedanken, die dem Men- 90 Knaf Renanim S. 129 a.

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