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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 540

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 540 (sequence 30)
Language
German
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540 Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere Dinge nicht immer so durchsichtig, wie bei den Beispielen, die Älbo bringt: Die Hunde sagen: ,,Kommet, wir wollen uns niederwerfen und beugen, niederknien vor dem Ewigen, der uns geschaffen.“ Das will besagen: Aus der Art, wie der Hirnd seinen Herrn kennt, ihm stets zu Willen ist, können wir die rechte Lehre ziehen, daß wir Gott für alles Gute, das Er uns antut, . . . danken, seinem Dienste nach all unserem Vermögen uns zu weihen haben, wo er doch sogar den Schul־ digen Gutes erweist, daß wir daher nicht undankbar sein dürfen. Und wenn es von der Ameise heißt: Was sagt sie? ,,Er gibt Brot allen Wesen, denn ewig ist seine Güte“, so will das besagen: Von der Ameise, die als ein so kleines Wesen im Sommer ihr Brot bereitet und in der Ernte ihre Speise sammelt, können wir die Wichtigkeit der Tugend des eigenen Fleißes lernen. Gott, der jedem Wesen sein Brot gibt, hat diese Natur in sie gelegt, daß sie ihre Nahrung zur rechten Zeit und aus der geeigneten Speise sich sammelt. Wieviel weniger darf der Mensch, dem Gott den Verstand gegeben hat, sich darauf verlassen, daß der Segen Gottes reich macht, wieviel mehr muß er selbst zugreifen, nach dem Worte der Weisen: Damit der Ewige, dein Gott, dich segne in allem, was du tust. — Oder wie wir selbst hinzufügen: Wenn die Schlange sagt: ,,Der Ewige stützt alle Fallenden und richtet auf alle Gebeugten“, so ist damit treffend gekennzeichnet, wie der um seiner Schuld willen schwer Gestrafte nicht ver־ zweifeln und gegen die Strafe sich nicht empören darf, sondern der Zuversicht leben soll, daß die Strafe abgebüßt wird und der Leidende von Gott wieder in Gnade erhöht wird. — Ein anderes: Die Katze spricht: ״Wenn du wie der Adler horstest oder zwischen den Sternen dein Nest, von dort hole ich dich herab, spricht der Ewige“, aber die Maus: ״Ich erhöhe dich, Ewiger, denn du hast mich erhoben, und ließest meine Feinde sich nicht über mich freuen.“ Wenn aber die Katze die Maus gefangen: ״ich verfolge meine Feinde und hole sie ein und wende mich nicht, bis ich sie vertilgt“, und die Maus: ״Du aber bist gerecht in allem, was über mich gekommen, denn

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