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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 539

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 539 (sequence 29)
Language
German
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Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere 539 kommenden verschwinden werden, die Vision des Zuges der zurückkehrenden Exulanten durch die Wüste dem Propheten sofort belebt wird von dem Bild der Tiere, die dankbar sich des Segens erfreuen. Die Tiere loben Gott. Der Schluß des Psalm 104, dieses Dithyrambus auf die Herrlichkeit der Schöpfung und der Güte Gottes, die sich in ihr offenbart, gibt R. Berechja Anlaß zu dem Ausspruch: Als Gott die Welt schuf, wie heißt es da? Und Gott sah alles, was er gemacht, und siehe, es war sehr gut. Da hob der Genius der Welt an (שר העולם): die Herrlichkeit des Ewigen währet ewiglich und alle Geschöpfe fielen ein: Es freut sich der Ewige seiner Werke.87 Gott danken all seine Werke und eine Reihe von Psalmen fordern alle Wesen Gottes auf, ein Loblied auf ihn anzustimmen. Unter ihnen die Tiere. Ein offenbar alter Midrasch hat nun das Lob der Tiere im Einzelnen ausgemalt. Der Perek Schira88 gibt Abschnitt IV—VI an, was die verschiedenen Tiere sagen. Er wird sehr hoch gehalten. R. Eleasar bemerkt: Wer sich mit dem Perek Schira in dieser Welt beschäftigt, wird des Glückes teilhaftig, ihn auch in dieser Welt sagen zu können . . . Rabbi sagt: Wer sich mit dem Perek beschäftigt, von dem bezeuge ich, daß er ein Sohn der kommenden Welt, er findet Rettung von dem bösen Trieb, . . . von allen Schädigungen usw. Schon der Religionsphilosoph Josef Albos9 hat darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn im Perek Schira aufgezählt wird, was die Tiere sagen, der Verfasser unter dem אומד das gleiche versteht, was die talmudische Wendung זאת אומרת ausdrückt. Ihr Dasein und ihre Art sprechen dafür, beweisen einen Zweckgedanken, der bei ihrer Schöpfung waltete oder geben dem Menschen durch ihre Eigenschaften eine Lehre. Nun sind die 87 Midr. Teh. B. W. 88 Vgl. Text und seine Wertung in dem ausführiiehen Kommentar Knaf Renanim, Preßburg, 1859. 89 Ikkarim III 1.

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