Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 525 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Um den Zionismus. ozo Resonanz, die etwas aufdringliche Anbiederung an die in״ tellektuellen Ideale der Völker und die unpassende Intimität mit den jeweiligen geistigen Moden. Die nationale Bewegung hat nicht den Mut zu sich selbst, weil sie ihren Mittelpunkt noch nicht gefunden hat. Und es ist eine weitere schwere Selbsttäuschung, wenn der Zionismus — ebenso wie Herzl — naiverweise glaubt, durch Hinweis auf seine europäische Voll״ Wertigkeit die Sympathie der Völker ertrotzen zu können. Es ist nicht bloß der primitive Antisemitismus, der sich da zu״ rückhaltend zeigt: gerade die Geistigen unter den Nichtjuden fühlen deutlich die Diskrepanz zwischen Anspruch und Sein, die bloß markierte Sicherheit, die sich da kundgibt. Auch in der Behandlung des materiellen Judenproblems durch den Zionismus läßt sich die gleiche Verkennung der Wirklichkeit feststellen, wie bei seinem ersten Führer. Da der Zionismus die Negierung des Galuth als Dogma aufrecht״ erhalten hat, so ergeben sich ja daraus allein schon alle weiteren Irrtümer. Wenn auch die ursprüngliche Ausschließ״ lichkeit dieses Dogmas jetzt teilweise aufgegeben ist, und die Zionisten sich an allerlei Galutharbeit beteiligen, so darf das doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihr doch nur sekun״ däre Bedeutung beigemessen wird und sie nur als Vorberei״ tung für Palästina gilt; ernsthafte Versuche zu wirklich großzügiger Gegenwartsarbeit in der Diaspora werden aber nir״ gends gemacht und oft sogar verhindert. Wenn Sie mir aber da den beliebten Einwand von der Zersplitterung der Kräfte entgegenhalten, so verrät das eine allzu mechanistische Auf״ fassung von der Natur des Kräftespiels im Leben der Völker. Es wird Ihnen vielleicht paradox verkommen, aber es ist nichtsdestoweniger unbezweifeibare Wahrheit, wenn ich behaupte, daß nur eine starke und gesunde Diaspora Erez Israel wirklich aufbauen kann. Wenn man mit der gleichen Energie und Intensität an den bereits vorhandenen Grundlagen jüdi״ sehen Lebens angesetzt und sie organisch weiter entwickelt hätte, wenn man durch eine planvolle weltumspannende Mi״ grations״ und Siedlungspolitik unter nationalen Gesichtspunk״