Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 509 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechungen 509 als das!iberische, daß der eigentliche Zweck der Äkzente ursprüng״ lieh ein rein hermeneutischer war. Während in diesen Systemen nämlich die Trennungsakzente ziemlich regelmäßig gesetzt werden, treten die Bindeakzente nur spärlich oder garnicht auf und zeigen durch ihre Stellung den hermeneutischen Charakter der Äkzente. Die Bindeakzente sind eben, wie auch Spanier S. 81 und vor ihm? P. Kahle in ZDMG. 55 (1901) S .186 schreibt, jüngeren Ursprungs. Sie werden wohl zu der Zeit eingeführt sein, als die Äkzente auch! musikalische Bedeutung anzunehmen begannen. Und dies wird sehr früh eingetreten sein. Warum Spanier diese Änsicht, die übrigens schon von Merx vertreten wurde, so entschieden ablehnt (S. 14), ist nicht recht einzusehen. Man braucht nicht lange mit einem Orientalen zusammen zu sein, um zu erfahren,; daß diesem das Kantillieren im Blute liegt. Man denke auch nur an das ״Lernen“ und an das Predigen bei den Ostjuden. Nächst״ liegend ist das ja bei den poetischen Büchern, deren Äkzent- System denn auch besonders ausgestaltet ist. Eine Untersuchung über das Verhältnis dieses Systems zu dem der anderen Bücher ist übrigens noch zu machen. Daß die Äkzentuation ursprünglich hermeneutischen Zwecken diente und später auch den Vortrag regeln sollte, sehen wir auch am Meteg, am Maqqef und an dem unter gewissen Bedingungen den Nebenton markierenden Munah in einem Zaqef-Wort, eben an den Momenten, die nach Spanier (S. 111) für seine Satzakzent-Theorie sprechen sollen. Das Meteg fehlt in den ältesten Handschriften vollkommen und dringt erst allmählich ein, und zwar in einer solchen Weisej daß es bis ungefähr zur Zeit der ersten Drucke fast unmöglich ist, Regeln für seine Setzung aufzustellen. Das Maqqef, dem Spanier einen ganzen Äbschnitt widmet, zeigt auch in den Handschriften eine ziemlich uneinheitliche Setzung, besonders in Fällen, wo beispielsweise mehrere Worte durch Maqqef verbunden werden. Ferner ist es nicht nur ein Unter״ schied zwischen den Schulen des Ben Äscher und des Ben Naftaii, daß ein Maqqef durch ein Munah unter dem vorhergehenden Wort ersetzt wird. Was das dritte oben angeführte Moment betrifft, so gibt es eine bestimmte Gruppe von Handschriften, die eben dieses bei Zaqqef״Worten den Nebenton markierende Munah nicht aufweist. Endlich erinnere ich an die Setzung von Hatef״Lauten an Stelle von Schwa im Wortinneren in gewissen Fällen. Eben diese Momente, besonders das Meteg, dessen Setzung in den Hand- Schriften so sehr schwankt, nicht nur in bezug auf Worte; sondern auch auf seine Stellung im Worte, beweisen ja, daß die Regelung der Vortragsweise erst spät eingeführt wurde, und daß der Wortakzent, der doch einen Teil vom Satzakzent bildet, bis in die